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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Der Inhalt:

Ist der Pazifismus am Ende?

Ja. So fragwürdig Militäreinsätze sind – mit Pazifismus ist den Notleidenden erst recht nicht geholfen, meint der Politologe Jochen Hippler. Ein Beitrag aus unserer Debattenreihe Streitfragen zur Zukunft
von Jochen Hippler vom 01.09.2018
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Militäreinsätze und Kriege können in bestimmten Situationen für einen Schutz der Zivilbevölkerung sorgen, der Pazifismus hat für diese Situationen keine Lösung anzubieten, meint der Politikwissenschaftler Jochen Hippler (Fotos: pa/Bildagentur-O; Imago Stock6People/Metodi Popow)
Militäreinsätze und Kriege können in bestimmten Situationen für einen Schutz der Zivilbevölkerung sorgen, der Pazifismus hat für diese Situationen keine Lösung anzubieten, meint der Politikwissenschaftler Jochen Hippler (Fotos: pa/Bildagentur-O; Imago Stock6People/Metodi Popow)
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Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Welt nicht friedlicher geworden. Der Krieg in Somalia, die Balkankriege, der Völkermord in Ruanda, zwei Kriege gegen Saddam Husseins Irak, der Krieg in Afghanistan und die Kriege in Syrien, Libyen und dem Jemen sind noch lange keine vollständige Aufzählung der Gewaltkonflikte der vergangenen Jahre. Das menschliche Leiden in diesen Kriegen war und ist unvorstellbar. Dabei handelt es sich nicht allein um die Kriegstoten, Verletzten und dauerhaft Verstümmelten, sondern auch um den resultierenden Hunger, die Zerstörung medizinischer Einrichtungen, der Fabriken, Schulen, und Wasserversorgung. Die Kriege zerstören nicht allein Menschenleben, sondern ganze Gesellschaften und die Zukunft der nächsten Generationen. Passivität oder Gleichgültigkeit sollten sich da von selbst verbieten.

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Georg Lechner 10.09.2018, 16:04 Uhr:
Zu danken ist Herrn Hippler aber für die Dokumentation der Konzeptlosigkeit der Beteiligung am Afghanistan-Krieg. Kann man die Verantwortlichen dafür zur Verantwortung ziehen?

Daher: Pazifismus ist notwendiger denn je - um gleich der Kriegspropaganda (wie aktuell gegen Russland) entgegenzuwirken.

Georg Lechner 10.09.2018, 16:01 Uhr:
Im Artikel von Herrn Hippler befremdet die Ausklammerung der Machtinteressen (vor allem von Großmächten und den nicht nur in ihnen dominanten Unternehmensinteressen), denn gegen diese kann auch keine wirksame militärische Hilfe geleistet werden. Beispiel Afghanistan: Krieg von den USA begonnen, weil die von ihnen zuerst unterstützten Taliban keine Gas-Pipeline durch ihr Land bauen lassen wollten. Sie wollten daher anfangs auch keine "befreundeten" Truppen beteiligen, Deutschland und Italien drängten sich wegen nationaler Unternehmensinteressen auf - siehe "Eurasische Träume? - Afghanistan und die Kontinuitätsfrage deutscher Geopolitik" (in "Orient" 3/2004) und die Hintergrundinformationen im Anhang zum Krimi "Brennende Kälte" von Wolfgang Schorlau. Wie sehr US-Konzerne und die Falken Bolton, Cheney, Rumsfeld und Wolfowitz auf den Irak-Krieg 2003 gedrängt haben, ist mittlerweile ausreichend bekannt.

Peter Fella 07.09.2018:
Lieber verfolgt werden als verfolgen.
Lieber betrogen werden als betrügen.
Lieber angelogen werden als lügen.
Lieber verletzt werden als verletzen.
Lieber getötet werden als töten.
Lieber verurteilt werden als verurteilen.
Lieber verhungern als verhungern lassen.
Lieber geben als nehmen und lieben statt hassen!
(Peter Fella)

Heidrun Meding 01.09.2018:
Ich wage die These, dass die Regierenden in den USA militärische Aktivitäten, wir sollten diese ehrlicherweise als "Kriege" bezeichnen, brauchen, um ihren Militärisch-industriellen Komplex nicht zum Stillstand gelangen zu lassen. Rüstungsproduktion bringt konkurrenzlose Unternehmensgewinne; und die betreffenden Unternehmen gehören zum Teil den agierenden Militärpolitikern.
Ein weiteres Argument für ständige Kriege und Waffengänge der US-Regierenden ist die Sicherung möglichst preisgünstiger Rohstoffe aller Art. Wenn beispielsweise in Afghanistan keine wertvollen Rohstoffe vermutet werden würden, wäre dieses Land, diese Region für die USA ohne Bedeutung.
Gleiches gilt für andere Staaten und Regionen und Afrika, Asien und Südamerika.
Wichtig wäre es deshalb, wenn sich Deutschland, möglichst gemeinsam mit unseren europäischen Partnern, von derartigen "Aktivitäten" fernhalten würde. Das sollte unsere Antwort auf das Fehlverhalten der USA sein, erst recht unter einem Präsidenten Trump.

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