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Alessandra Smerilli

Die Ordensfrau leitet ein »Ministerium« im Vatikan, bekommt aber einen Kardinal mit unbekannter Aufgabe an die Seite gestellt.
vom 31.07.2026
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Alessandra Smerilli. (Foto: pa/zumapress/Vincenzo Nuzzolese)
Alessandra Smerilli. (Foto: pa/zumapress/Vincenzo Nuzzolese)

Alessandra Smerilli, 51, Wirtschaftswissenschaftlerin, Professorin und Ordensfrau, hat ihr Leitungsamt in der römischen Kurie früher angetreten als gedacht. Jedenfalls wurde die Don-Bosco-Schwester, die vom 1. September an das vatikanische Entwicklungsministerium führen soll, bereits einen Monat zuvor von Papst Leo XIV. offiziell empfangen und amtlich als »Präfekt« tituliert. In der männlichen Form: »Prefetto«.

Smerillis Ressort heißt offiziell »Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen«, und die Italienerin ist bereits die zweite Frau auf einem Posten, wo bis vor vier Jahren nur Kardinäle zugelassen waren.

Allerdings: So ganz von Kardinälen lassen wollte weder Papst Franziskus, der die führenden Kurienjobs auch für Ungeweihte geöffnet hat, noch Leo XIV., der den Kurs seines Vorgängers bestätigt. Denn Smerilli hat tatsächlich einen Kardinal – Fabio Baggio – zugeordnet bekommen. Er trägt den Titel »Pro-Präfekt«, und was genau seine Rolle ist und wie sich die Aufgabenverteilung zwischen der »Präfektin« und ihrem »Pro« gestalten soll, weiß höchstens der Papst selbst. Denn weder im Kirchenrecht noch in der Kurienordnung, die Franziskus reformiert und Leo aktualisiert hat, ist ein »Pro-Präfekt« vorgesehen, geschweige denn definiert.

Faktisch gibt es zwar bereits zwei Kardinäle mit diesem Titel, im »Dikasterium für die Evangelisierung« nämlich, aber dort ist auch ohne nähere Amtsbeschreibung ganz klar, dass sie den Chef vertreten, der in diesem Fall der Papst selbst ist.

Einen weiteren »Pro«-Kardinal kennt die Kurie bezeichnenderweise nur dort, wo eine andere Frau, kirchenrechtlich also eine »Laiin«, ein Dikasterium leitet: Das ist Simona Brambilla an der Spitze der Ordensbehörde. In fast allen anderen »Ministerien« amtiert der männliche, klerikale Kardinals-Präfekt allein.

Einzige Ausnahme ist die Öffentlichkeitsarbeit – dem Protokoll nach ebenfalls ein Dikasterium –, die demnächst unter Leitung der mexikanischen Fernsehjournalistin Maria Montserrat Alvarado stehen wird. Ihr hat Leo XIV. bisher keinen Kardinal an die Seite gestellt, in welcher Rolle auch immer.

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