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Publik-Forum: Leserkreise boomen

Wozu gibt es Publik-Forum-Leserkreise? »Wir teilen unsere Gedanken«, sagt Alfred Schreiber, Moderator des Treffens in Dortmund. Quer durch die Republik treffen sich Menschen an ganz unterschiedlichen Orten, um über Artikel zu diskutieren – und die ein- oder andere Initiative zu gründen
von Eva Baumann-Lerch vom 10.12.2014
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Diskussionsbasis in mittlerweile fast vierzig Leserkreisen quer durch die Republik: Artikel aus Publik-Forum
Diskussionsbasis in mittlerweile fast vierzig Leserkreisen quer durch die Republik: Artikel aus Publik-Forum

Publik-Forum: Das ist ja mal ein ausgefallenes Jubiläum: »Der Publik-Forum-Leserkreis Dortmund feiert sein hundertstes Treffen.« Was macht denn so ein Leserkreis?

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Alfred Schreiber: Wir diskutieren über Artikel, die in Publik-Forum erschienen sind. Das sind meist religiöse Beiträge, die uns anregen, über unsere persönlichen Glaubensfragen ins Gespräch zu kommen. Aktuell ist es der Text »Ich steh vor dir mit leeren Händen« von Christian Modehn aus Heft 21/2014.

Ich kenne keine andere Zeitung oder Zeitschrift, die solche Leserkreise hat.

Schreiber: Ich auch nicht.

Liest man die Zeitschrift nicht besser allein?

Schreiber: Nein, wir brauchen einander, um über die Inhalte zu reflektieren. Die Teilnehmenden des Dortmunder Leserkreises sind vor allem kritische Christen, die in ihren Ortsgemeinden keinen Raum finden. Viele haben in ihrer Beziehung zur Kirche einen Bruch erlitten, manche sind ausgetreten. Im Leserkreis können wir mit Verstand und Offenheit reden, historisch-kritisch und an Jesus orientiert.

Gibt es da auch Kaffee? Oder Würstchen?

Schreiber: (lacht) Nein, aber zu Beginn jedes Treffens teilen wir ein Fladenbrot miteinander – als Symbol für das Teilen der Gedanken. Zwischendurch machen wir bewusst eine Pause bei Plätzchen und Getränken. Das ist wichtig, damit manches im Zweiergespräch vertieft werden kann. Oft stehen die Teilnehmer auch nachher noch draußen und reden weiter …

Es gibt ja fast vierzig solcher Leserkreise. Haben Sie Kontakt zu anderen?

Schreiber: Ja, wir haben uns vor zwei Jahren mit den Moderatoren aus Bielefeld, Münster, Bochum und Werl getroffen. Einige Kreise sind eher an theoretischen Debatten interessiert, andere haben im Laufe der Zeit auch eine sehr persönliche Basis geschaffen. So wie wir hier in Dortmund.

Streiten Sie sich auch manchmal?

Schreiber: Ja, wenn Menschen emotional betroffen sind, kann die Debatte eskalieren. Aber da greift dann der Moderator ein.

Was ist denn für das Jubiläum geplant?

Schreiber: Wir wollen uns vor allem bei Helga und Johannes Carl bedanken, die unseren Kreis 2006 gegründet haben. Aber weil sie dieses Interview ja lesen, verrate ich hier nicht mehr.

Angenommen, man findet in seiner Stadt keinen Leserkreis. Wie gründet man so was?

Schreiber: Man meldet den Termin bei Publik-Forum an und lässt ihn in die Rubrik »Lesertreffen« eintragen. Vielleicht schreibt man noch »Neugründung« dazu – oder »erstes Treffen«. Dann wartet man ab, wer da kommt. Ist ja eigentlich ganz einfach.

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