Ein Buch fürs Leben …
Das Erwachen
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Was geschieht, wenn ein Mensch »erleuchtet« wird? Kaum jemand hat jemals so überzeugend über Erleuchtung geschrieben und gesprochen wie Adya shanti – oft nur kurz Adya genannt –, ein spiritueller Lehrer aus Kalifornien. 1962 wurde er unter dem Namen Steven Gray in der Nähe von San Francisco geboren. Sein Buch »Sein. Die wahre Natur der Erleuchtung« (O. W. Barth-Verlag. 206 Seiten) ist für mich mit das Beste, was es über das Thema und die damit verbundenen Erfahrungen gibt. Das beginnt gleich auf den ersten Seiten, wo er die Erleuchtung als »spirituelles Erwachen« bezeichnet, das nicht einfach in Worte zu fassen sei. Denn »das ist eigentlich der Kern des Erwachens, das Wesentliche daran: eine Verschiebung in unserer Wahrnehmung, durch die wir uns nicht mehr als isoliertes Individuum sehen, sondern als ein Allumfassendes, in das alles und alle überall und jederzeit eingeschlossen sind«. Das ist für viele Menschen sehr befremdlich, doch etliche haben einen Zugang dazu durch tief berührende Natur-, Kunst-, Musik- und Gesprächserfahrung, wenn sich für Momente ein Flow einstellt, ein Gefühl des inneren Erfüllt- und Leerseins, das den Körper durchströmt und in dem wir uns mitgenommen fühlen. So ist es mir mehrfach im Leben ergangen. Intensiver als nur für einen Moment, grundsätzlicher, existenzieller. Mit sechzehn Jahren hatte ich eine derart intensive Erfahrung, dass ich sie mit Adya auch als etwas über mich Hinausgehendes betrachte. Adya: »Da wacht kein Ich auf, sondern das, was wir wirklich sind, wacht vom Ich auf.« Es ist der Beginn der Erfahrung von Nichtdualität, von Einssein und Verbundenheit. Solche Erfahrungen sind nicht einfach zu vermitteln; im Grunde gar nicht. Weshalb Adya keine Schule begründet hat, keine Jünger um sich sammelt. Adyashanti sagt: »Die Wahrheit, auf die ich hinweise, ist nicht auf irgendeine Religion, irgendein Glaubenssystem oder Doktrin begrenzt. Sie steht allen offen und ist in allem enthalten.« Er erlebte intensive Zeiten des Erwachens, die sein Leben neu bestimmten, mit fünfundzwanzig und mit zweiunddreißig Jahren. Ich selbst habe hin und wieder in verschiedenen Lebensphasen derart intensive Erfahrungen gemacht, dass sie mich seitdem mitunter stark beflügeln und zugleich erden. Später. Etwa zwischen neunundvierzig und fünfundfünfzig Jahren habe ich ähnliche, aber ganz anders gefärbte Erfahrungen in sehr kritischen Situationen gemacht, von denen auch Adya schreibt und spricht. Denn vom ersten »Erwachen« an gibt es nicht nur eine aufsteigende, ungebrochene Entwicklung. Es gibt auch die Abwesenheit solcher Erfahrung; es gibt solche Erfahrungen ohne positive Stimmung, mit Phasen der völligen Ungewissheit und des starken Zweifels, am Rande psychischer Grenzen. Adya schreibt auch von Fallen und Selbsttäuschungen. Denn »das Göttliche zeigt sich als Leben in Bewegung; es nutzt die Situationen unseres Lebens, um sein Ziel zu erreichen, uns aufzuwecken«, auch mitunter durch schwierige Zeiten. Adyashantis Buch ist wunderbar für alle, die sich dem spirituellen Erwachen annähern oder es erfahren.
Norbert Copray
ist
geschäftsführender
Direktor der
Fairness-Stiftung.
Er leitet seit 1977
das Rezensionswesen
von Publik-Forum.




