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Papst trifft Patriarchen

von Thomas Seiterich vom 10.02.2016
Am 12. Februar kommt es zu einer Begegnung von kirchengeschichtlicher Bedeutung: Papst Franziskus trifft auf neutralem Boden, im Flughafen der kubanischen Hauptstadt Havanna, den Moskauer Patriarchen Kyrill. Beide durchbrechen damit das jahrhundertelange Schweigen zwischen Päpsten und russischen Patriarchen. Brisant: Der Streit über Russlands Rolle im Syrienkonflikt
Papst Franziskus (links) und Patriarch Kyrill (rechts): Treffen auf neutralem Boden, am Flughafen von Havanna. (Fotos: pa/Spaziani; pa/Pyatakov)
Papst Franziskus (links) und Patriarch Kyrill (rechts): Treffen auf neutralem Boden, am Flughafen von Havanna. (Fotos: pa/Spaziani; pa/Pyatakov)
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»Das Treffen ist wichtig, denn es ist nach Jahrhunderten das erste Mal, dass der Papst den Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche trifft, also der Kirche, die die meisten Mitglieder in der Orthodoxie zählt«, sagt Vatikansprecher Federico Lombardi: »Deshalb ist dieses Ereignis auf dem Weg der Ökumene und des Dialogs zwischen den christlichen Konfessionen außergewöhnlich bedeutend.« Wie wahr! Im Jahr 1054 spalteten sich die die römische Westkirche und die orthodoxe Ostkirche – also vor bald eintausend Jahren. Nun gelingt die erste Begegnung eines Papstes mit dem Oberhaupt der russischen Orthodoxie. Das ist eine ökumenische Sensation.

Lombardi wertet richtig, jedoch: Er untertreibt. Denn er sagt nicht, dass die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt VI. jahrzehntelang alles nur Erdenkliche un

Kommentare
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Friedrich Grimm
12.02.201619:34
"Und heute? Der Imperialist Putin leidet unter den westlichen Sanktionen und unternimmt demzufolge nicht wenig, um den Westen zu spalten. Mehr oder weniger katholisch geprägte Staaten wie Spanien, Frankreich, Belgien oder Italien zeigen, wirtschaftlich schwer gebeutelt, ohnehin keine große Lust mehr, die Sanktionen gegen Russland zu verlängern."

Dieser Absatz hat es für mich in sich. Wenn hier Putin als Imperialist bezeichnet wird, was sind dann die USA? Sanktionen, an denen vorbei die Amerikaner gute Geschäfte mit Russland machen zu Lasten der europäischen Volkswirtschaften; sieht das der Autor nicht? Ziemlich einseitig dieser Bericht.
Paul Haverkamp
10.02.201621:37
Lombardi wird zitiert mit dem Satz: „Deshalb ist dieses Ereignis auf dem Weg der Ökumene und des Dialogs zwischen den christlichen Konfessionen außergewöhnlich bedeutend.“ Wenn das Treffen dazu dient, dass der Friede zwischen den Religionen einen Beitrag leistet zur Herstellung des Friedens in der Welt, so muss man selbstverständlich dieses Treffen begrüßen.

Wir in Deutschland und darüber hinaus warten jedoch auf eine andere „ökumenische Sensation“; nämlich auf ein Treffen des Papstes mit den Kirchen der Reformation – das Jahr 2017 wäre dazu ein sehr symbolhaftes Jahr!

Kurz vor seinem Tode hatte K.Rahner zu Protokoll gegeben:

„Die kirchentrennenden Differenzen sind theologisch gelöst, die noch nicht gelösten sind nicht mehr kirchentrennend.“

Wie notwendig wäre es, endlich das Jahr 2017 zu nutzen, um ein “Gnadenjahr des Herrn” (Lk 4,19) im Hinblick auf eine „Einheit in versöhnter Verschiedenheit” auszurufen?!




Georg Lechner
10.02.201621:19
Man soll die russische Intervention durchaus als machtpolitisch motivierten Schritt sehen. Illusionen braucht man ohnehin nirgends haben, wo Interessen von Großmächten berührt sind (da ist an ein entsprechendes Zitat von Egon Bahr zu denken). Aber es kommt wenigstens den Kurden zugute und nicht den IS - Zauselbärten.
Heinz Prudlo
10.02.201620:40
Die breite Masse der Gläubigen sollte ein mögliches Taktieren der Repräsentanten auf eine breitere Basis stellen. Beispiel: spontane Pilgerprozession durch das umkämpfte Gebiet in der Ukraine (insbesondere Beteiligung: Gläubige aus dem russischen Patriarchat Kiew/ Moskau.)