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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2012
Mordshunger
Die Würde des Tieres ist antastbar
Der Inhalt:

»Jesus? So 'ne Art Medizinmann!«

von Thomas Schlag vom 30.08.2012
Jugendliche haben ihre ganz eigenen Vorstellungen von Gott, dem Glauben und der Religion. Das müssen Theologen ernst nehmen, wenn ihre Theologie nicht aus der Zeit fallen soll
Direkter Draht zu Gott: Wer unter 30 ist, hört eher nicht auf Theologen. (Foto: pa/www.bildagentur-online.com)
Direkter Draht zu Gott: Wer unter 30 ist, hört eher nicht auf Theologen. (Foto: pa/www.bildagentur-online.com)

Betrachtet man das gegenwärtige Verhältnis zwischen der Kirche und der Jugend, so bestimmt auf beiden Seiten Enttäuschung das Bild: Zum einen wird in öffentlichen Diskussionen immer wieder das deprimierte Klagelied über die vermeintlich religiöse Sprachlosigkeit der »nächsten« Generation angestimmt. Zum anderen messen Jugendliche in der Regel der Kirche für ihre eigene Lebensführung kaum entscheidende Orientierungskraft zu. Die Institution gilt ihnen als verknöchert und blutleer und ihre Repräsentanten vor allem als besitzstandswahrende Funktionäre.

Dass Religion keineswegs aus den Lebenswelten der modernen Jugendlichen entschwunden ist, mag zwar hoffnungsfroh stimmen. Und doch ist festzustellen, dass gerade die substanziellen Aspekte des Glaubens offenbar nur ausgesprochen schwer zur Sprache zu bringen sind: So zeigen die jüngsten internationalen Studien zur Konfirmandenarbeit exemplarisch, dass Jugendliche dort überaus zurückhaltend sind, wo es um den wesentlichen Kernbestand geht: Glaubensinhalte und Gottesdienste haben ein deutliches Glaubwürdigkeitsproblem, das Interesse an biblischen Inhalten, gar die Identifizierung mit dem christlichen Bekenntnis stoßen bei vielen Jugendlichen auf eine grundsätzliche Reserviertheit. Und es scheint, als ob die Lehrenden in Schule und Kirche angesichts solcher Erfahrungen gleich ganz auf den Versuch verzichten, inhaltliche theologische Fragen überhaupt noch zum Thema zu machen.

Nun ist neuerdings von einer »Jugendtheologie« die Rede. In der jüngsten Stellungnahme der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Verhältnis von Kirche und Jugend ist davon die Rede, sich als »jugendsensible Kirche« von der Theologie der Jugendlichen

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