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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2018
Hoffen über den Tod hinaus
Ein Streifzug durch die Religionen
Der Inhalt:

Hoffen über den Tod hinaus

Wie denken Menschen unterschiedlicher Religionen über den Tod – und das, was danach kommt? Auf Streifzug mit dem Religionswissenschaftler Perry Schmidt-Leukel. Die Titelgeschichte der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Hoffen über den Tod hinaus: Das verbindet die Religionen miteinander. Aber selbst Menschen aus ein und derselben Religion glauben keinesfalls alle dasselbe. (Foto: istockphoto/kamisoka)
Hoffen über den Tod hinaus: Das verbindet die Religionen miteinander. Aber selbst Menschen aus ein und derselben Religion glauben keinesfalls alle dasselbe. (Foto: istockphoto/kamisoka)

Als ich noch Student in München war, saßen wir zusammen in der Mensa. Ich erzählte begeistert von der alten buddhistischen Praxis, sich in der Meditation jeden Tag an die eigene Sterblichkeit zu erinnern und sich darin einzuüben, an nichts in der Welt anzuhaften. Ich fand das faszinierend – eine enorme Herausforderung, klar, aber auch eine Art Training in Wahrheitserkenntnis und irgendwie befreiend. Doch ich weiß noch, wie eine Kommilitonin reagierte: »Ich würde dabei völlig depressiv werden und könnte nicht mehr leben.« Natürlich, zumeist leben wir, indem wir den Tod verdrängen. Am Beginn der Fastenzeit steht der Aschermittwoch mit der Spendung des Aschenkreuzes. Begleitet von den Worten »Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst«, zeichnet der Priester dem Kirchgänger mit feuchter Asche ein Kreuz auf die Stirn. In der katholisch geprägten Klei