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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2014
Der ferngesteuerte Krieg
Kampfdrohnen: Was Politik und Militär wirklich wollen
Der Inhalt:
von Michael Hollenbach vom 30.07.2014
Die Franziskanerin Paulis Mels übersetzt die Bibel in Leichte Sprache. Das Projekt hilft Millionen von Menschen. Und alles begann mit der Geschichte ihres Bruders
Schwester Paulis im Kloster Thuine: Den Weg in den Orden schlug sie mit 21 Jahren ein. (Foto: Heese)
Schwester Paulis im Kloster Thuine: Den Weg in den Orden schlug sie mit 21 Jahren ein. (Foto: Heese)

Schwester Paulis Mels hat mit einem Mammutprojekt begonnen: der Übersetzung der Bibel in eine Sprache, die auch Menschen mit Lernbehinderungen gut verstehen können. Gemeinsam mit dem Bibelwerk in Stuttgart übersetzt die Franziskanerin aus dem emsländischen Thuine die Bibeltexte für die sonntäglichen Lesungen. Sie macht zunächst einen Entwurf, den sie lernbehinderten Testlesern vorlegt: »Welche Wege manche Gedankengänge bei ihnen gehen, kann auch ich nicht so wirklich nachvollziehen. Wir brauchen immer wieder diese Korrektur.«

Die Übersetzung in Leichte Sprache – so der offizielle Fachausdruck – ist oft eine Gratwanderung. Denn eigentlich will Schwester Paulis möglichst anschaulich übersetzen. Aber sie musste die Erfahrung machen, dass es dafür Grenzen gibt. Bei der Kreuzigung Jesus hat sie die Wunden ganz plastisch mit »Löcher in den Händen« beschrieben. »Dann hat die Testleserin sich geschüttelt und gesagt: ›Das kann man nicht machen. Die ganzen Löcher? Wie sieht das denn aus?‹« Da habe sie gemerkt, dass die Übersetzung zu drastisch ausgefallen war, die Testleserin einen Widerwillen gegen den Gekreuzigten entwickelte: »Das ist auch nicht der Sinn der Sache.«

Dass sich Theresia – so ihr vorklösterlicher Name – schon früh um Menschen mit Beeinträchtigungen kümmerte, hat biografische Gründe. Ihr Bruder war lernbehindert und wurde gemobbt. »Er hat viele Schläge bekommen, und das fand ich immer so schlimm.« Als sie in ihrer Heimatstadt, im westfälischen Ahaus, das Abitur machte, sollten sich alle Abiturienten in das Goldene Buch der Stadt eintragen. »Da habe ich gedacht: ›Ich habe keinen Finger für die Schule krumm machen müssen. Ich habe keinmal S

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