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Die Spekulation eindämmen

von Antje Scheeweiß vom 18.06.2012
Wie stark beeinflussen Anleger, die nur Interesse am Profit aber nicht an den Waren haben, die Lebensmittelpreise? Trägt die Spekulation mit Nahrungsmitteln zum Hunger in der Welt bei? Unsere Leserfrage
Wer mit Lebensmitteln spekuliert, trägt zum Anstieg der Preise und damit zum Hunger in der Welt bei, diesen Schluss legen Studien nahe (Foto:Fotolia)
Wer mit Lebensmitteln spekuliert, trägt zum Anstieg der Preise und damit zum Hunger in der Welt bei, diesen Schluss legen Studien nahe (Foto:Fotolia)

Hanna Margret Hillers, Frankfurt: Man liest in den Medien, dass sich die Lebensmittelpreise in der Welt auf einem Rekordniveau befinden. Und dass die Spekulation mit Lebensmitteln wie Mais und Weizen zu einem Gutteil dafür verantwortlich ist. Trägt sie also zum Hunger in der Welt bei?

Antje Schneeweiß: Es gibt eine Reihe von Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Nahrungsmittelpreise und dem Zustrom von Geldern institutioneller Investoren wie Stiftungen, Pensionsfonds und Lebensversicherungen nahelegen.

Zwar tragen auch andere Faktoren wie die zunehmende Verwendung von Agrotreibstoffen zu höheren Nahrungsmittelpreisen bei. Doch gibt es im Zuge des stark gestiegenen Engagements institutioneller Investoren an den Warenterminbörsen Veränderungen an diesen Börsen, die auch von der Finanzwelt nicht angezweifelt werden.

Preisschwankungen wie bei Aktien

Dazu gehört, dass sich die Wertentwicklung dort der Wertentwicklung an den Aktienbörsen angeglichen hat und die Preise auch von allgemeinen Volkswirtschaftsdaten abhängen, die mit den jeweiligen Rohstoffen in keinem Zusammenhang stehen.

Wenn man davon ausgeht, dass die Fundamentaldaten des Angebots und der Nachfrage in diesen beiden Märkten sehr unterschiedlichen Faktoren unterworfen sind, so kann hier etwas nicht stimmen. Ein gutes Beispiel ist, dass die Kakaopreise einmal drastisch fielen, nachdem bekannt wurde, dass in den USA mehr Menschen arbeitslos waren, als gedacht. Die Arbeitslosigkeit in den USA beeinflusst die Nachfrage nach oder das Angebot von Schokolade aber nicht. Zu erklären ist das damit, dass sich bei schlechten allgemeinen Wirtschaftsdaten große institutionelle Anleger von ihren Papieren trennen. Dann fallen

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