Ein grünes Finanzsystem
Die Weltfinanzkrise hat zusammengeführt, was zusammengehört: In Frankfurt trafen sich die Vorstände und Direktoren von acht alternativen Banken aus Europa zu Beratungen über die Finanzkrise. Dazu zählen Banken, die sich besonders für nachhaltige Geldanlagen, für eine qualitative und ethische Prüfung von Investitionen und für einen möglichst engen Bezug von Geldanlagen zur realen Wirtschaft einsetzen. Diese Banken sehen sich durch die Finanzkrise in ihrer Geschäftspolitik insofern bestätigt, als sie relativ geringe, zumeist überhaupt keine Verluste erlitten haben. So stellen sie acht Forderungen an die Gestaltung des internationalen Finanzsystems, die auf ihren Erfahrungen beruhen: Alle Finanzdienstleister müssen sich künftig klar auf die Bedürfnisse der realen Wirtschaft ausrichten. Finanzinstrumente, die sich vorzugsweise auf Spekulation ausrichten oder wenig Bezug zur Realwirtschaft aufweisen, sollten Ausnahmen bleiben. Bei der Bekämpfung der Inflation sollten künftig nicht »nur« die Preise von Konsumgütern stabil gehalten werden, sondern auch die Vermögenswerte. Unter diesen Bedingungen müssten Politik und Zentralbanken zum Beispiel auch die spekulative Steigerung von Immobilienpreisen bekämpfen. Die Staatengemeinschaft sollte die Offshore-Finanzplätze schließen und rechtliche Unterschiede zwischen verschiedenen Finanzplätzen abbauen. Damit würden Finanzgeschäfte gegenstandslos, die diese Unterschiede nützen. Es muss vermieden werden, dass Finanzinstitutionen eine solche Größe erreichen, dass sie im Krisenfall ein ganzes System bedrohen. Rating-Agenturen, die Finanzprodukte bewerten, dürfen nicht den Interessen der Banken dienen. Sie müssen ebenso wie die bewerteten Unternehmen der Bankenaufsicht unterliegen. Alle Finanzdienstleistungen müssen transparent sein und den oben genannten Rahmenbedingungen genügen. Alle Finanzprodukte müssen so gestaltet sein, dass die Bankkunden jederzeit wissen, wo ihr Geld investiert ist. Zudem fordern die Banken eine breite Aufklärungs- und Bildungskampagne zu finanzwirtschaftlichen Themen.
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