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Holder Knabe im lockigen Haar

von Ralph Ludwig vom 15.12.2000
Der Weihnachtskitsch hat auch sein Recht. Warum nicht einfach hinnehmen, dass es ein Fest gibt, an dem wir alle wie Kinder werden?
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Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg war vor Jahren zu Weihnachten in eine Kirchengemeinde eingeladen worden. Er sollte eine Predigt zum Christfest halten. Was er sagen wollte, darüber war er sich lange nicht im Klaren. Und dann, als er auf der Kanzel stand, holte er tief Atem und begann seine Rede mit dem Stoßseufzer: »Lieber Gott, lass mich jetzt hier nicht feierlich werden!«

Es wurde keine feierliche Rede, jedenfalls nicht, wenn man die Worte heute liest. Eine eher nüchterne Betrachtung über Weihnachten, sprachmächtig, sicher, aber ganz ohne Pathos und Sentimentalität. Dennoch: Damals zog eine Feierlichkeit durch den Kirchenraum, die ihn selbst schließlich auch nicht verschont hat. Beim Reden wurde ihm manchmal der Hals eng.

Sentimentalität? Rührung, weil aus Kindheitstagen eine Erinnerung aufsteigt, die auch einen