Jenny und die Roma von Altana
Im rumänischen Siebenbürgen gibt es Siedlungen, die in ihrer Armut schwer auszuhalten sind. Ohne Strom und Wasser, eher in Hütten als in Häusern wohnen Roma abgegrenzt und ausgegrenzt. Wer hierherkommt, darf nicht mit einer freundlichen Begrüßung rechnen. Denn eine jahrhundertelange Geschichte aus Verdacht, Vorurteil, Rassismus, Verweigerung, Hoffnungslosigkeit und Gewalt hat das gegenseitige Misstrauen wie eine undurchdringbare Mauer verfestigt. Das musste auch Jenny Rasche bei ihrem ersten Besuch in Altana erfahren. Kaum betrat sie die Siedlung am Hang einer kargen Hügellandschaft, stürmte ein Chor Frauen auf sie zu und beschimpfte sie. Rasche zündete sich erst mal eine Zigarette an. »Ich dachte mir: So einen Adrenalinspiegel kann man höchstens zehn Minuten halten. Also habe ich gewartet, bis die Damen fertig gekeift hatten.« Danach kamen sie miteinander ins Gespräch.
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