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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
Der Inhalt:

vorgespräch: Heimat finden?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 07.12.2018
Eine Tagung in Stuttgart beschäftigt sich mit der Sehnsucht anzukommen. Ist das möglich – oder bleibt das ein Traum? Fragen an die Organisatorin Sarah Kubin-Scharnowski

Publik-Forum: Der Begriff Heimat wird häufig von nationalistischen Kreisen gebraucht. Nun beschäftigen sich katholische Verbände in einer Jahrestagung damit. Was verstehen Sie unter Heimat?

Sarah Kubin-Scharnowski: Heimat war noch nie etwas Eindeutiges, das sich auf Nation, Religion oder Hautfarbe reduzieren ließe. Heimat ist viel umfassender, es hat mit dem einzelnen Menschen zu tun, seinen Hoffnungen und Vorstellungen von Glück, Geborgenheit und Identifikation. Durch die Globalisierung und die Beschleunigung, die sich durch alle Lebensbereiche zieht, sind Menschen auf der Suche nach Zugehörigkeit, nach Orten des Ankommens.

Warum ist es wichtig, darüber zu sprechen?

Kubin-Scharnowski: Damit es bei dieser Suche nicht zu ausschließenden Kriterien kommt, möchten wir uns über ein positives, integrierendes Bild von Heimat verständigen. Christen hoffen ja auf Heimat im Himmel. Damit einher geht der Auftrag, in dieser Welt Beheimatung zu schaffen.

Was erwartet die Besucher der Tagung?

Kubin-Scharnowski: Professor Werner Mezger wird sich in einem Referat mit der kulturwissenschaftlichen Forschung beschäftigen und die Pastoraltheologin Regina Polak hält einen Vortrag mit dem Titel »Unsere Heimat ist der Himmel – und bis dahin?!« Bibelarbeit zum Thema findet ebenfalls statt. Dabei wird deutlich, dass Heimat auch in der Bibel nichts ist, was man besitzt, sondern was man sucht. Es soll aber auch um scheinbare Kleinigkeiten gehen: Ein Treffpunkt für obdachlose Frauen, bei der sie eine Tasse Kaffee und ein Marmeladenbrot bekommen, das kann auch ein Klima der Zugehörigkeit schaffen.

Gibt es vor allem geistige Impulse oder wird Heimat auch sinnlich erfahrbar gemacht?

Kubin-Scharnowski: Wir verlassen das Tagungshaus auch und beschäftigen uns an anderen Orten mit Fragen wie der, was geschieht, wenn Heimat aufgrund hoher Mieten nicht mehr bezahlbar ist. Und wir besuchen eine Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg von Heimatvertriebenen neu belebt wurde. Im Schloss Hohenheim erfahren wir, wie es von der Heimat des Schlossherrn zu einem Kriegslazarett wurde.

»Von der Sehnsucht anzukommen« haben Sie die Tagung genannt. Bleibt das ein ferner, unerreichbarer Traum?

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