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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2013
Vertrauen, verändern, genießen
Margot Käßmann über die Zukunft der Christen
Der Inhalt:

Leserbriefe

vom 06.12.2013

Leitung ohne Mitgefühl

Zu: »Mein Chef, der Psychopath« (21/13, Seite 13)

Psychopathen gibt es nicht erst in unserem »gesellschaftlichen Klima, den rauer gewordenen Zeiten, als Folge der Konkurrenz- und Wegbeißkultur«; sie hat es schon immer gegeben. Arno Gruen nennt einige Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart. Nach seiner Analyse kündigte sich in der Nazizeit »sehr deutlich dieser moderne Typus des erfolgreichen Managers an: ein verbindlicher Mann, genial im Erspüren und Ausnützen der gerade tonangebenden Strömung, elegant, scheinbar einem großen, überpersönlichen Ziel ergeben, allem gegenüber aufgeschlossen – und deshalb amoralisch und trotz der Brillanz seines Auftretens ohne innere Identität«. Seine echte Identität muss der »als Original geborene und als Kopie gestorbene Mensch« im Wesentlichen durch den Anpassungsdruck von Erziehung und Gesellschaft aufgeben, die ihren »Zögling« nach ihren eigenen Vorstellungen zurechtbiegen. Wie dies zu Selbsthass und durch dessen Verdrängung zum Hass auf andere Menschen führt, zeigt Gruen ebenfalls: »Der Verlust des Mitgefühls und der abnehmende Respekt vor dem Mitmenschen scheinen sich besonders derzeit unter dem Zeichen des Neoliberalismus und des harten Wettbewerbs in einer dynamischen Phase zu befinden.« Wolfgang Homburger,Denzlingen

Das Wort Psychopath (eine Person, die an sich selbst leidet und andere leiden lässt) wird schon seit längerer Zeit im psychologischen Fachbereich nicht mehr verwendet. Zur Prognosestellung oder zur Entscheidung für eine bestimmte Maßnahme in der psychotherapeutischen Praxis als hypothetisches Arbeitskonzept verwendet, erwies es sich zunehmend als wenig hilfreich. Schwerer noch wog, dass das Wort von der Alltagssprache übernommen wurde. Verfremdet in Ziel und Bedeutung, geriet es zur Abwertung des anderen im Konfliktfall und mutierte zum Schimpfwort. Ummantelt von »Sachlichkeit« wirken so verwendete psychologische Termini besonders verletzend und sollten besser vermieden werden. Elisa Clausnitzer, Hannover

»Ein Kennzeichen der psychopathischen Haltung ist das Leugnen von Gefühlen«, schreibt der Körpertherapeut Alexander Lowen über die psychopathische Charakterstruktur. Wer sich angesichts dessen, was derzeit in Ber

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