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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2019
Die Zerreißprobe
Die Theologen Nikolaus Schneider und Dietmar Mieth hatten eine klare Haltung ...
Der Inhalt:

Proteste weltweit

vom 22.11.2019
In zahlreichen Ländern stehen derzeit Menschen auf und fordern Veränderungen. Die Gründe für den Protest sind vielfältig. Sieben Beispiele

Spanien

Vermummte Demonstranten, brennende Barrikaden: In Barcelona und anderen Städten sind die Proteste der katalonischen Separatisten wieder aufgeflammt. Die Mehrheit der Demonstranten ist jedoch friedlich. Sie fordern die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien. Auslöser der jüngsten Proteste war das Urteil des Obersten Gerichtshofs in Madrid: Er hatte neun prominente Anführer der Unabhängigkeitsbewegung zu bis zu 13 Jahren Haft verurteilt. Die Demonstranten übernehmen teilweise Taktiken aus Hongkong. Statt auf lang angekündigte Protestmärsche setzen sie neuerdings auf spontane Flashmob-Proteste, organisiert über den Messenger-Dienst Telegram. Der Kanal, durch den sich die Aufrufe zum Widerstand verbreiten, heißt Tsunami Democràtic, demokratischer Tsunami.

Libanon

Im Libanon fordern Männer und Frauen aller Religionen und Volksgruppen ein Ende der Korruption und Vetternwirtschaft. Sie schwenken nicht Parteiflaggen, sondern die libanesische Fahne – ein Novum. Denn politische Posten wurden bisher nach religiösem Proporz verteilt. Dass den Menschen gute Regierungsführung und soziale Gerechtigkeit wichtiger sind als religiöser Klientelismus, machen sie durch ihre »Oktoberrevolution« deutlich. Und sie haben Erfolg: Premierminister Saad Hariri ist zurückgetreten. Doch es wird weiter demonstriert; seit dem 21. Oktober sind immer wieder Schulen, Unis und Banken geschlossen. Anders als im Nachbarland Irak, wo ebenfalls Massenproteste stattfinden, sind die Kundgebungen im Libanon größtenteils friedlich.

Iran

Von einem Tag auf den anderen steigen die Benzinpreise exorbitant. Es ist Mitte November; Tausende Menschen protestieren, Überlandstraßen und Verkehrsadern Teherans werden blockiert. Das Regime unterdrückt die Demonstrationen – Höhepunkt einer seit Monaten anschwellenden Protestwelle – gewaltsam; es gibt Tote. Am 16. November wird der Zugang zum Internet blockiert. Ali Chamenei, Oberster Religionsführer, erklärt »die Feinde der Islamischen Republik« für schuldig. Die Regierung Hassan Rohanis ist ohnmächtig, ebenso das Parlament.

Algerien

Fast acht Monate nach dem Ausbruch der Ma

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