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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2017
Der große Schwund
Warum so viele Insekten und Vögel sterben
Der Inhalt:

Religionen für die Schöpfung

von Markus Dobstadt vom 24.11.2017
Das Abrahamische Forum diskutierte über Naturschutz und stellte Projekte von Kirchen, Moscheen und Synagogen vor

Der Frankfurter Zoodirektor Manfred Niekisch stimmte beim Dialogforum »Religionen und Naturschutz« die siebzig Teilnehmer auf das Thema ein. Die Erde erlebe gerade die »sechste Aussterbewelle«, sagte er im Hinblick auf den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt, diesmal »eine vom Menschen gemachte«. Es gebe eine »Krise der Biodiversität, wie wir sie noch nie hatten«. Das Abrahamische Forum, das zu dem Treffen eingeladen hatte, wurde 2001 von Angehörigen verschiedener Religionen gegründet, um sich für ein »friedliches Zusammenleben« einzusetzen. Angesichts der dramatischen Umweltprobleme befassen sie sich seit einiger Zeit auch mit dem Naturschutz. Für den Rückgang der Artenvielfalt machen die Religionsvertreter die die »Ressourcen überbeanspruchenden Formen des Wirtschaftens, Produzierens und Konsumierens, soziale Ungerechtigkeit« und den »Unfrieden in der Welt« verantwortlich, so schrieben die Gläubigen aus neun Religionen nach dem ersten Dialogforum in Bonn vor zwei Jahren. Auch der Klimawandel sei gravierend. »Menschen verlieren ihre Lebensgrundlagen und sind zur Flucht gezwungen.«

Doch was kann ein kleiner Kreis wie das Abrahamische Forum dagegen ausrichten? Es gründet ein bundesweites Netzwerk, schickt Teams in Schulen, um mit Jugendlichen über Religion und Naturschutz zu reden, und es initiiert »Religiöse Naturschutzwochen« wie kürzlich in Darmstadt – mit Debatten über die Umweltenzyklika »Laudato Si’« von Papst Franziskus oder das Naturverständnis der Religionen, mit Meditation im Freien und Baumpflanzaktionen. Die nächste Naturschutzwoche wird 2018 in Osnabrück sein.

Alle zwei Jahre laden die Religionsvertreter außerdem zum Dialogforum ein. Diesmal wurden unter anderem »Best-Practice«-Beispiele präsentiert, die zeigen, wie rund um Moscheen, Kirchen und Synagogen »Orte der biologischen Vielfalt« entstehen können. Die evangelische Gemeinde Steeden im Dekanat Runkel bei Limburg etwa hat Wiesenblumen an der Kirche ausgesät, wo vorher Rasen war. Mitglieder der jüdischen Gemeinde Augsburg pflanzten Kräuter und Gemüse, und zwar in Weinkisten, weil unter dem Rasen Rohre verlaufen. Die Gläubigen können sich im Sommer nach dem Gottesdienst im Garten versammeln und frischen Minztee genießen. Beim Dialogforum stellten sich auch Initiativen vor. Die Umweltschutzorganisation NourEnergy berät ehrenamtlich muslimische Gemeinden bei

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