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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

Vorgespräch: »Sie suchen nach ihrer Heimat«

Wozu eine Messe für Ostprodukte? Fragen an die Veranstalterin der »Ostpro«, Ramona Oteiza

Publik-Forum: Frau Oteiza, Sie veranstalten Ende November in Berlin die »Ostpro«, eine Messe mit Waren aus Ostdeutschland. Was kann man denn da kaufen?

Ramona Oteiza: Lebkuchen aus Leipzig, Thüringer Rostbratwurst, Fisch aus Rostock, Spreewaldgurken. Dazu Möbel, Keramik, Glaswaren und Kleidung aus rund 150 mittelständischen Betrieben in den neuen Bundesländern. Und natürlich kann man hier auch ostdeutsche Klassiker wiederfinden, zum Beispiel die Puppenfiguren Pittiplatsch und Schnatterinchen, die schon im DDR-Kinderfernsehen zu sehen waren.

Die Ostpro wird als »Kultmesse« gehandelt. Worin besteht der Kult?

Oteiza: Schon darin, dass an jedem Messetag um die zehntausend Leute hierherströmen und stundenlang am Eingang Schlange stehen. Bei der Ostpro sind sie unter Menschen, die die gleiche Vergangenheit haben. Der Kontakt mit den Ausstellern ist vertraut und herzlich. Und dauernd hört man freudige Ausrufe: »Oh schau, das gibt’s noch! Das gibt’s jetzt wieder!« Die Besucher kommen oft aus 300 Kilometer Entfernung, um altbekannte Dinge wiederzufinden und ihren Kindern Sachen zu kaufen, mit denen sie selbst in ihrer Kindheit gespielt haben.

Ist das nicht pure Ostalgie, eine Vernied lichung der DDR-Vergangenheit?

Oteiza: Ja sicher ist das Ostalgie, sonst würden ja nicht so viele Leute dahin kommen. Aber nach meinem Eindruck geht es den Besuchern nicht um eine politische Verklärung der DDR, sondern um die Suche nach einer verlorenen Heimat. Vielleicht können Sie sich das im Westen nicht vorstellen, wie das damals nach der Einheit war: Die Menschen mussten