»Sein Tod soll etwas Positives bewirken«
Mein Sohn Giuseppe war ein Mensch mit positiver Einstellung: Er interessierte sich für das Leben anderer, setzte sich für seine Freunde ein, schlichtete Streit, suchte die Versöhnung. Als einziger Nichtjude zählte er in Berlin zum Wachdienst zum Schutz jüdischer Einrichtungen. Er starb am 17. September 2011. Spätnachts ging er mit einem Freund nach Hause, als sie im U-Bahnhof von drei jungen Männern angepöbelt wurden. Giuseppe hätte sich – als Kampfsportler – wehren können. Aber er wollte keinen verletzen. Um den Konflikt zu entschärfen, verließen die beiden den Bahnhof. Die Männer folgten ihnen. Zwei griffen an. Als mein Sohn floh, verfolgte ihn einer der Täter. Giuseppe rannte über den Kaiserdamm, wurde von einem Auto erfasst – und gegen einen Ampelmast geschleudert. Er starb am Unfallort. Die zwei Haupttäter – sie hatten sich selbst gestellt – kamen mit geringen Strafen davon: zwei Jahre beziehungsweise vier Monate auf Bewährung und etliche Stunden gemeinnütziger Arbeit.
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Vaja Marcone, geboren 1961, reagierte auf die Tötung ihres Sohnes Giuseppe. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.
