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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2013
Konzerne im Klassenzimmer
Wie die Wirtschaft Einfluss auf die Schule nimmt
Der Inhalt:

Von den Wüstenvätern lernen

von Norbert Copray vom 22.11.2013
Ein spiritueller Wegweiser zu der Frage: »Wer bin ich denn?«

Katharina Ceming
Ab in die Wüste!
Mut zur Selbsterkenntnis – den Wüstenvätern abgeschaut. 156 Seiten. Kösel. 16,99 €

Spirituelle Angebote werden häufig mit Versprechen verbunden. Wir würden durch spirituelle Übungen gelassener, freundlicher, entspannter, gesünder. Diese Wohlfühl- oder auch Wellness-Spiritualität kann Katharina Ceming nur als »sehr blauäugig« bezeichnen und lässt erahnen, dass mit solchen Versprechen in der Regel nur ein oberflächliches, meist kommerzielles Interesse an Spiritualität verknüpft ist. Die Spiritualität, die die Theologin in ihrem neuen Buch »Ab in die Wüste!« vorstellt, hat dagegen mit dem »Schwarzbrot« zu tun, von dem auch Fulbert Steffensky spricht und schreibt.

Ceming, nach einer philosophischen und einer theologischen Promotion außerplanmäßige Professorin für Fundamentaltheologie in Augsburg sowie freiberufliche Seminarleiterin und Publizistin, geht in ihrem Buch zum Ursprung der christlichen Spiritualität zurück, so wie sie im 3. Jahrhundert nach Christus mit den »Wüstenvätern« aufkam. Es habe auch eremitische Wüstenmütter gegeben, doch diese waren nur eine sehr kleine Minderheit. Als dann ab 320 durch den kurzzeitigen Wüstenvater und Klostererfinder Pachomius der Übergang zu den Klöstern aufkam, in denen sich auch Frauen zusammenfinden konnten, wurden es erheblich mehr.

Ceming versteht es, anschaulich, packend und anregend die ersten Jahrhunderte der Wüstenspiritualität Revue passieren zu lassen. Menschen suchen die Wüste auf, einen extremen Ort, um der Gotteserfahrung ganz inne zu werden, von nichts abgelenkt, von nichts behindert. Da bekommen es die Wüstenmenschen, die Eremiten (von griechischeremia, die Wüste), mit den Dämonen zu tun. Spätestens hier brechen viele Leserinnen und Leser, die sich mit den Ursprüngen der christlichen Spiritualität befassen wollen, oft die Beschäftigung mit den Eremiten ab. Doch Ceming versteht es meisterhaft, den damaligen Dämonenglauben feinfühlig, psychologisch und theologisch versiert zu entschlüsseln und seine Erkenntnisse ins Heute zu transformieren. Wie sie überhaupt gekonnt die uralte spirituelle Tradition für uns Heutige auszulegen und zu entfalten weiß. Und dies in einer literarischen, leicht verständlichen, spirituell-theologischen Sprache, die dazu noch mit einem Augenzwinkern daherkommt, wenn es darum geht, über 1700 Jahre hinweg eine inha

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