Ist der Mensch mit dem Hirntod wirklich tot?
Im Oktober veröffentlichte die Deutsche Stiftung Organtransplantationeinen Warnruf: Infolge der Organspende-Skandale in Göttingen, Regensburg und München sei die Zahl der Spender im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 Prozent zurückgegangen. Doch auch jenseits dieses Skandals stehen die Grundlagen der Organspende-Praxis mehr und mehr in der Kritik: Das 1997 verabschiedete Transplantationsgesetz legt den Hirntod eines Menschen als Kriterium für die Entnahme von Organen fest. Dennoch lassen sich viele Körperfunktionen auch nach dem Tod des Gehirns durch medizinische Hilfe aufrechterhalten. Deshalb werden immer mehr Stimmen laut, die die Gleichsetzung des Hirntodes mit dem Tod eines Menschen in Zweifel ziehen. Ist mit dem Tod des Gehirns das Leben eines Menschen wirklich erloschen? Oder ist das Sterben erst abgeschlossen, wenn der gesamte Körper erkaltet ist? Und was bedeutet das für die Organspende?
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Eberhard Schockenhoff ist Professor für katholische Moraltheologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und Mitglied im Deutschen Ethikrat. Zu seinen Schwerpunkten gehören gesundheitsethische Fragen wie Stammzellenforschung und Abtreibung. Alexandra Manzei ist Professorin für Qualitative Methoden der Pflege- und Gesundheitsforschung an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. Sie hatte zuvor 14 Jahre als Krankenschwester in der Unfallchirurgie gearbeitet.
