Immer und nie
Immer noch könnte die Kraft des Urknalls in uns allen sein. Und die blasse, faltige Frau, die da jetzt über die grau-braunen Pflastersteine, vorbei an dem vor sich hin blätternden Baum auf dem Bahnhofsvorplatz geht und ihre Tasche ein wenig zu fest hält, die könnte doch auch ein Teil von mir sein. Oder der Junge da vorne, der bettelnd seine Hand ausstreckt. Ich gebe ihm lieber etwas. Sicher ist sicher. »Mit jeder guten Tat und mit jedem Verbrechen erschaffst du dein Leben in alle Zukunft hinein.« Das habe ich gerade gehört. Im Kino. In dem Film »Cloud Atlas«. Und jetzt, mittags um eins auf dem Bahnhofsvorplatz, das Kino mit den vielen Sälen und der Glasfassade im Rücken, will ich die Botschaft nicht gleich missachten. Also zwei Euro in die ausgestreckte Kinderhand, und dann stehe ich da mit der Wucht eines gewaltigen Films und der Frage, ob wirklich alles mit allem verbunden ist, seit dem Anfang aller Zeiten. Und ob ich in früheren Leben meine jetzige Existenz geschaffen habe und damit auch diesen Moment von Erfüllung und Verwunderung mittags um eins, weil die Pressevorführung mich schon am Morgen ins Kino geführt hat?
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