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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Ungestörte Nachtruhe

Deutschland schweigt zu grausamen Todesurteilen in den USA

Gegen grausame Urteile in islamischen Ländern protestieren deutsche Politiker oft mit großer Leidenschaft. Bei jedem deutschen Besuch in China gehören ein paar kritische Worte zur Lage der Menschenrechte schon zum Ritual. Und immer, wenn die Türkei die Mitgliedschaft in der EU verlangt, wird ihr erklärt, dass sie erst mal die Menschenrechte einhalten müsse. Doch wenn solche grausamen Urteile in den USA gefällt werden, wenn dort inzwischen immer mehr Menschen mit der Giftspritze, auf dem elektrischen Stuhl und in der Gaskammer hingerichtet werden, kommt aus Deutschland kein einziges Wort.

Der Fall Hank Skinner hat das eben krass verdeutlicht. Der 49-jährige Texaner sitzt seit 18 Jahren in der Todeszelle. Er soll seine Frau und seine Söhne ermordet haben, hat aber immer seine Unschuld beteuert. Einer der Zeugen, die ihn damals belastet haben, ist inzwischen von seiner Aussage abgerückt. Am Tatort wurden Haare sichergestellt, die nach neuesten Analysen nicht von Skinner stammen. Ein DNA-Test könnte möglicherweise seine Unschuld beweisen. Doch der Test wurde verweigert – und Skinner sollte hingerichtet werden.

Der texanische Gouverneur Rick Perry hätte die Exekution aussetzen können, sah dazu allerdings keinen Anlass. Von der Frage, ob da möglicherweise ein Unschuldiger getötet werde, lasse er sich nicht die Nachtruhe rauben, erklärte er in einer TV-Debatte. Rick Perry bewirbt sich derzeit als republikanischer Präsidentschaftskandidat, er will Präsident der Vereinigten Staaten werden! Auf einen Aufschrei aus dem angeblich zivilisierten Europa wartete man dennoch vergeblich. Auch der deutsche Außenminister intervenierte nicht, es gab keine mahnenden Worte und schon gar keine Trübung der deutsch-amer