Markt statt Geist
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich viel vorgenommen. Ihre Synode endet mit einem Aufruf zu weltweiter Gerechtigkeit und zur Bewahrung der Schöpfung. »Die Christen müssen an der Seite Gottes zu ihren Mitmenschen gehen, um Gerechtigkeit, Liebe und Wahrheit in die Welt zu bringen«, sagte der westfälische Präses Alfred Buß. Dieser hohe Anspruch trifft durchaus die Herausforderungen der Zeit. Ob die evangelische Kirche ihren Anspruch einlösen kann, hängt jedoch weniger davon ab, ob sie den christlichen Glauben »in die Welt bringt«, als davon, ob sie ihn lebt. Doch damit hapert es gewaltig.
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Kirche bekräftigt StreikverbotDie Synode der evangelischen Kirche beschloss ein Kirchengesetz, das ausdrücklich das umstrittene Streikverbot und den Verzicht auf Aussperrungen vorsieht. Zugleich wendet sich das Kirchenparlament gegen Missstände in Unternehmen der Diakonie: Ausgliederungen mit dem Ziel der Lohnsenkung sowie Leiharbeit, die feste Arbeitsplätze ersetzt, sollen nicht mehr hingenommen werden. Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, kritisierte den Beschluss. Mit ihrem Streikverbot agiere die Kirche als Staat im Staate und verweigere ihren Mitarbeitern ein elementares Grundrecht.
