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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Erdwärme für den Dom

von Michael Damm vom 04.05.2012
Bistum Osnabrück will bis 2050 nur noch erneuerbare Energie

Das katholische Bistum Osnabrück will seinen Energieverbrauch bis 2050 allein aus Wind, Sonne und Erdwärme bestreiten. Dafür werde in den nächsten zwölf Monaten ein integratives Klimaschutzkonzept erarbeitet, sagte Generalvikar Theo Paul vor Journalisten in Osnabrück. »Die globale Diskussion und die bereits sichtbaren klimatischen Verwerfungen haben uns nicht unberührt gelassen«, so der Verwaltungschef der Diözese. Eine Reduzierung der Treibhausgase sei daher unumgänglich.

Bei der Entwicklung des Klimaschutzkonzeptes des Bistums gehörten Ökologie und Ökonomie zusammen, betonte Paul. Von den Einsparungen durch energetische Modernisierungen erhofft sich die Diözese auch finanzielle Spielräume für die programmatischen Aufgaben der Kirche. Das Bistum hat in den Haushaltsplänen von 2007 bis 2015 insgesamt 4,5 Millionen Euro für energetische Baumaßnahmen eingesetzt.

Seit 1998 hatte das Bistum Osnabrück mit verschiedenen Maßnahmen auf die steigenden Energiepreise und den prognostizierten Klimawandel reagiert. »Durch die Beheizung des Doms mit Erdwärme oder Solaranlagen haben wir uns dem Thema eher zögerlich genähert«, sagte die Projektleiterin der Klimaschutzinitiative, Karin Vornhülz. Das Ziel, die Neutralisierung von Kohlendioxid, werde vom Bistum nun strategisch umgesetzt. Helfen soll dabei ein »integriertes« Klimaschutzkonzept. »Untersucht wird, wie viel Kohlendioxid das Bistum produziert und was wir tun können, um diesen Ausstoß zu senken«, sagte Vornhülz. Für das neue Konzept erhält das Bistum gut 100 000 Euro aus der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums. Der Eigenanteil der Diözese beläuft sich auf rund 54 000 Euro.

»Wir rechnen aufgrund bereits vorhandener Gutachten die Einsparpotenziale einer Kohlendioxid-Reduzierung hoch«, erläuterte der Leiter des beauftragten Planungsbüros, Aloys Graw. Ebenso sollen die Möglichkeiten der kircheneigenen Grundstücke und Grünflächen für die Produktion regenerativer Energien untersucht werden, ergänzte Vornhülz. Unter die Lupe kämen auch die aktuelle Mobilitätspraxis der Bistumsmitarbeiter und der Einkauf in den Kirchengemeinden.

Seit etwa einem Jahr bezieht bereits rund ein Drittel der Kirchengemeinden Ökostrom. Zusammen mit den Einrichtungen des Diözesan-Caritasverbandes werden 400 Abnahmestellen mit Öko- statt Atomstrom beliefert. Sowohl bei der Caritas

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