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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2019
Die Waffen nieder!
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Sehr geehrter Herr Bundesbankpräsident,

vom 08.11.2019

Ihren Vorschlag, das Renteneintrittsalter zu erhöhen, haben wir mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Gleichwohl möchten wir nicht verhehlen, dass wir etwas enttäuscht sind ob der Mutlosigkeit Ihrer ansonsten sehr begrüßenswerten Initiative: Rente mit 67 Jahren oder mit 69 Jahren – diese Unterschiede sind doch Peanuts in Anbetracht der gesamtwirtschaftlichen Lage!

Nein, wofür wir plädieren, ist ein radikal anderes und wirklich ganzheitliches Konzept der Work-Life-Balance. Warum denn überhaupt irgendwann das Büro verlassen, wo man doch die besten Jahre des Lebens dort verbracht hat? Die Idee, Lebensbereiche zu trennen und Biografien zu fragmentieren, stammt aus frühindustriellen Zeiten und ist längst überholt. Wer ein Leben lang gut vernetzt war, im Büro Tischkicker gespielt, im Café gearbeitet und regelmäßig mit den Start-up-Kollegen gefeiert hat, will nicht mit Mitte siebzig plötzlich isoliert sein und seinen Tag allein organisieren müssen. Das Bedürfnis, sich einzubringen, ist auch im hohen Alter ganz, ganz wichtig! Wie wir aus vielen Studien wissen, hat das Wort Ruhestand in den Ohren der Millennials absolut keinen guten Klang. Deshalb unser Vorschlag: Die Rente wird abgeschafft. Hierbei sind die Arbeitgeber in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gefragt. Dem konsequenten Arbeit-statt-Rente-Ansatz wird leider noch häufig der Einwand entgegengebracht, hochbetagte Mitarbeiter seien irgendwann nicht mehr innovativ oder leistungsfähig genug. Dieses Argument ist in der Praxis allerdings längst widerlegt, da ohnehin immer mehr Tätigkeiten von künstlichen Intelligenzen ausgeübt werden. Die Aufgabe menschlicher Mitarbeiter beschränkt sich zunehmend auf die physische Anwesenheit, wie sich ja bei selbstfahrenden Fahrzeugen schon jetzt abzeichnet.

Bei der Einrichtung der notwendigen Infrastruktur (große, höchstauflösende Bildschirme für Mitarbeiter mit Sehbeeinträchtigungen, sichere Sitzgelegenheiten, Aufzüge, stolperfreie Wege, Ruhe-Inseln und Care-Units in jedem Büro) unterstützen wir Sie gern. Denkbar ist auch eine Querfinanzierung aus der Pflegeversicherung; je länger die Menschen am Arbeitsplatz verweilen, desto weniger Zeit müssen sie schließlich in Betreuungseinrichtungen verbringen. Wir sollten baldmöglichst einen Termin vereinbaren, um unsere Anstrengungen abzustimmen!

Mit freundlichen Grüßen

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