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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2016
Was die Gesellschaft zusammenhält
Ein Gespräch mit dem Philosophen Hans Joas
Der Inhalt:

Der heilige Diesel

Dicke Luft in den Städten. Doch für viele Politiker gilt: Autos zuerst

Die Luft in den Innenstädten ist schlecht. Sehr schlecht. Vor allem sind viel zu viele Stickoxide in der Luft – in Stuttgart, Düsseldorf, München, Frankfurt und in vielen anderen Innenstädten. Stickstoffoxide sind gesundheitsschädlich. Sie belasten vor allem Lunge und Bronchien. Schlecht für Asthmatiker, für Allergiker, für Alte. Wer in den Innenstädten lebt, hat eine um einige Prozentpunkte erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Herzinfarkt oder an Lungenkrebs zu sterben. Hauptverursacher ist der Straßenverkehr, insbesondere die Dieselfahrzeuge. Das ist eigentlich längst bekannt. Das Umweltbundesamt stellte im vergangenen Jahr an rund sechzig Prozent aller Messstationen an stark befahrenen Straßen Überschreitungen beim besonders gesundheitsschädlichen Gas Stickstoffdioxid fest.

Doch statt beherzt zu handeln, lehnten die Verkehrsminister jüngst die blaue Plakette ab. Sie wäre ein Instrument, um Dreckschleudern aus Innenstädten zu verbannen. Auch die Städte tun so gut wie nichts, um die Gesundheitsgefährdung ihrer Bewohner zu verringern. Die Stadtverwaltung Düsseldorf etwa fängt jetzt an, über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge nachzudenken – aber nur deshalb, weil das Verwaltungsgericht Düsseldorf sie dazu zwingt. Die Deutsche Umwelthilfe hatte geklagt, die Stadt verstoße gegen ihren eigenen Luftreinhalteplan. Und die Bundesregierung subventioniert Dieselkraftstoff noch immer mit 7,8 Milliarden Euro jährlich.

Der Zeitpunkt ist da, alle Anreize für Diesel abzuschaffen. Außerdem muss es Fahrverbote für Diesel in den Innenstädten geben – auch wenn das mit Härten für Anwohner und Besucher verbunden ist. Und bundesweit sollte die Politik klare Vorgaben und Fristen für künftige Grenzwerte