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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2016
Was die Gesellschaft zusammenhält
Ein Gespräch mit dem Philosophen Hans Joas
Der Inhalt:

Dafür sind Erwachsene da

Bilderbuch. Nicht nur große Menschen leiden unter Angst, Verzweiflung oder Traurigkeit, sondern auch kleine. Doch anders als Erwachsene haben Kinder oft keine Worte für das, was sie fühlen, und sind dem hilflos ausgeliefert. Die schwedische Autorin und Illustratorin Stina Wirsén weiß das.

In ihrem Bilderbuch erschafft sie mit ein paar Bleistiftkringeln ein Wuselwesen namens Klein. Klein hat die Figur eines aufrecht stehenden Meerschweinchens mit hängenden Ohren und niedergeschlagenem Blick. Und es hat zwei Eltern in Blau und Ocker, die Groß und Stark heißen.

»Klein mag es, wenn zu Hause alles schön ist und kein Streit«, schreibt Wirsén, aber so ist es nicht – oft streiten die Eltern, manchmal werden Türen geschlagen und anderes, und Klein bleibt allein zurück und weiß nicht, was tun gegen diese erdrückende Angst. Klein ist einsam und leidet stumm unter der ausweglosen Situation.

Und der Betrachter leidet mit. Denn Wirsén gelingt es, mit minimalistischen Strichen tief empfundenen Gefühlen bildkräftig Ausdruck zu verleihen und Mitgefühl zu vermitteln – sodass der erwachsene Leser schlucken muss. Die Geschichte wendet sich zum Guten, als Klein sich traut, Frau Traulich, der Erzieherin im Kindergarten, zu erzählen, was zu Hause los ist.

Frau Traulich nimmt Klein in den Arm und die Sache in die Hand: »Denn alle, die groß sind, sollen sich um die kümmern, die klein sind«, schreibt Wirsén. »So ist das.« Genau dafür sind Erwachsene da.

Dieses Buch sollte jeder lesen: Jedes Kindergartenkind, um einen Ausweg aus seinen Ängsten zu finden, indem es mit jemandem darüber spricht – und jeder Erwachsene, um ein