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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2014
Wie mich mein Glaube trägt
Von Menschen, die Gott suchen
Der Inhalt:

»Ganz zu Anfang war es eher ein Jux«

von Eva Bucher vom 24.10.2014
Einige Jugendliche gründeten in Monheim eine Partei: Ihr Kandidat Daniel Zimmermann ist heute Oberbürgermeister

Am Anfang war es eher ein Jux: Dass wir eine Partei gründeten, ist aus der Lust entstanden, als Freundeskreis etwas gemeinsam zu unternehmen. Es hätte auch eine Band werden können, aber einige von uns konnten halt kein Musikinstrument spielen. Ich war einer derjenigen, die die verrückte Idee hatten, eine Partei zu gründen: Peto, die Junge Alternative.

Manche von uns besaßen mit 16 Jahren gerade mal das aktive Kommunalwahlrecht, und wir mussten suchen, bis wir einen Volljährigen fanden, der wählbar war und der sich aufstellen ließ. Dazu haben wir in den höheren Schulklassen herumgefragt. In der zwölften Klasse wurden wir fündig.

Mittlerweile haben wir ziemlich viel gelernt. Anfangs mussten wir erst rausfinden: Was gibt es für Gremien? Wie läuft das ab? Was macht ein Stadtrat?

Zu Beginn hatten wir mit Vorurteilen zu kämpfen. Dennoch schnitten wir gleich ziemlich gut ab: 6,1 Prozent in Monheim! Unser Ergebnis steigerte sich von Wahl zu Wahl, sodass wir stets weitermachten, wir waren selber überrascht. Ich habe auch schon mal ans Aufhören gedacht, aber dann haben wir erneut eine Wahl gewonnen, also machte ich halt weiter.

Unsere Themen? Wir haben uns am Anfang etwa für bessere Busverbindungen eingesetzt, denn wenn man noch kein Auto hat, ist das natürlich wichtig!

Solche Sachen. Oder für einen Jugendtreff. Schwer zu sagen, ob wir jetzt eher »links« oder »rechts« sind. Mittlerweile haben wir die Mehrheit der Sitze im Stadtrat und vertreten Monheim ziemlich gut, finde ich: Wir haben jetzt die Kita-Gebühren abgeschafft und setzen uns viel für Familien ein. Aber uns geht’s um alle Monheimer, nicht nur um die Jugendlichen. Zum Beispiel machen wir die Einkaufsstraßen attraktiver, damit der Einzelhandel hier bleibt und wir eine lebendige Innenstadt behalten.

Der Grund für unseren Erfolg ist natürlich auch, dass wir nicht in riesigen Strukturen handeln müssen, etwa auf Bundesebene, denn Peto gibt es ja nur in Monheim. Wir planen für unsere Stadt, da kann man Dinge leichter bewegen, als wenn man für ein ganzes Bundesland Verantwortung trägt. Und wir nehmen uns eben auch realistische Ziele vor: Schnelleres Internet für jedes Haus in Monheim ist so ein Ziel oder mehr Tourismus.

Peto zählt mittlerweile fast 450 Mitglie

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