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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2012
Hoffen und Widerstehen
Konziliare Versammlung: Reformchristen suchen einen neuen Aufbruch
Der Inhalt:

Keine Zeit für Trippelschritte

von Norbert Copray vom 26.10.2012
Die Politik muss sich vom Diktat der Finanzbranche befreien

Susanne Schmidt Das Gesetz der Krise Wie die Banken die Politik regieren. Droemer. 240 Seiten. 19,99 €

Immer wieder ist von der Euro-Krise, der Banken-Krise, der Schulden-Krise und der Europa-Krise die Rede. Was ist damit gemeint? Und wie hängen diese Krisen miteinander zusammen? Langsam frisst sich die Groß-Krise durch die Sparkonten, zieht vor allem die kleineren und mittleren Steuerzahler über den Tisch und schreibt die schwächeren Mitglieder der Gesellschaften ab.

Wie lautet das »Gesetz dieser Krise«? Am Ende wird der Bürger alles zahlen müssen, so das Fazit von Susanne Schmidt in ihrem neuen Buch. Die promovierte Volkswirtschaftlerin arbeitete zwanzig Jahre lang am Finanzplatz London in leitender Funktion für internationale Bankhäuser, danach zehn Jahre als Moderatorin und Kommentatorin eines Börsen-Wirtschaftssenders. Sie kennt das Finanzsystem von innen, gerade auch seinen maroden Kern, den sie mit ihrem Bestseller »Markt ohne Moral« auf den Punkt brachte. Dafür erhielt sie den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2010.

Jetzt nimmt sie die Politik in die Pflicht, sich nicht von Banken und Finanzgewerbe weiter auf der Nase herumtanzen zu lassen. Mit ihren Schulden habe sich die Politik zur Gefangenen der Finanzwelt gemacht, die sie auch noch dereguliert und nicht reguliert habe. Nun habe die Europäische Zentralbank den europäischen Regierungen ein »Zeitfenster geöffnet, damit sie sich auf eine nachhaltige Problemlösung einigen«, so die Autorin. »Diese Einigung muss zügig und beherzt angegangen werden, für Trippelschritte wird die Zeit mit Sicherheit nicht ausreichen.« Die politische Krise führe zur »Renationalisierungstendenz«, also zum Gegenteil dessen, was gebraucht werde. Mit dem bitteren Nebeneffekt, dass »Euro- und immigrationsfeindliche Parteien« für etliche Menschen attraktiv werden. Den Grund sieht Schmidt im »demokratischen Defizit«, das der Europäischen Union anhafte.

Klar und deutlich erschließt Schmidt auch für weniger Kundige das Bankensystem und die »zehn wichtigsten Punkte einer Neuregulierung«, vor allem auch die erforderliche Regulierung sogenannter »Schattenbanken«. Sie macht durchsichtig, was überhaupt ein Markt oder die Märkte sind, um dann festzustellen: »Die Banker machen weiter wie bisher« und woll

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