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Gewissen vor Gesetz

Er rettete mehrere Tausend Juden vor den Nazis – doch die damalige Schweizer Justiz bestrafte ihn hart. Vierzig Jahre nach dem Tod von Paul Grüninger sind seine humanitären Verdienste unbestritten
von Pieter Poldervaart vom 26.10.2012
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Der Vater im KZ Buchenwald, der Bruder auf der Flucht vor der Gestapo – für die in Wien wohnhafte Mutter war klar, dass sie ihren Sohn Erich in Sicherheit wissen wollte. Nur mit dem Nötigsten ausgerüstet, schickte sie ihn mit zwei Bekannten in Richtung Schweiz. Im vorarlbergischen Grenzdorf Altach stiegen die drei in einem Gasthof ab, und noch am selben Abend erhielten sie Besuch von einem österreichischen Gendarmen. Mit dem Versprechen, sie in die Schweiz zu bringen, nahm er ihnen das Geld ab. »Er zeigte uns im Dunkeln eine Stelle, wo der Alte Rhein ausgetrocknet war, und meinte, am anderen Ufer sei die Schweiz«, erinnert sich der heute 88-jährige Erich B., der seit Jahren in der Romandie wohnt. Doch in der neutralen Schweiz warteten schon die Landjäger mit scharfen Hunden. »Sie führten uns ins Zollhaus, wo ein halbes Dutzend andere Aufgegriffene warteten. Am nächsten Morgen schickten sie uns über die Grenze ins österreichische Hohenems zurück, da wartete die Gestapo.«

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