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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2012
Hoffen und Widerstehen
Konziliare Versammlung: Reformchristen suchen einen neuen Aufbruch
Der Inhalt:

Der Streit um das Kindeswohl geht weiter

von Hartmut Meesmann vom 26.10.2012
Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung erlaubt die Beschneidung. Die kontroverse Debatte beendet er nicht

Schädlich oder nicht? Die äußerst scharf und kontrovers geführte Debatte über die Beschneidung konzentriert sich derzeit vor allem auf das Kindeswohl. Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf gebilligt, der die Beschneidung erlaubt, wenn die Eltern entsprechend aufgeklärt werden, der Eingriff fachgerecht und schmerzfrei vorgenommen wird, das Kindeswohl und, soweit möglich, der Wille des Jungen berücksichtigt werden.

Eine schwerwiegende Beeinträchtigung des Kindeswohls sieht die Deutsche Kinderhilfe in dem Entwurf der Bundesregierung. Diese Form der Körperverletzung werde in unerträglicher Weise bagatellisiert, moniert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Den Kritikern stößt besonders übel auf, dass laut Gesetzentwurf in den ersten sechs Monaten nach der Geburt auch weiterhin eine Person, die kein Arzt ist, beschneiden darf, solange dies fachgerecht geschieht. Das Recht von nicht einwilligungsfähigen Jungen auf körperliche Unversehrtheit werde hier zu wenig geschützt, kritisiert die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes. Für schlicht verfassungswidrig hält das Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt die Pläne der Merkel-Regierung.

Dagegen spricht der Zentralrat der Muslime von einer »überzogenen Betonung des Kindeswohls« und weist – wie viele jüdische Stimmen – die Einschätzung, dass es sich bei der Beschneidung um eine Verstümmelung handle, entschieden zurück. So erklärt die Rabbinerin Antje Yael Deusel, Oberärztin für Kinderurologie in Bamberg, dieser Vorwurf sei für sie »schwer nachvollziehbar«. Die Ärztin sieht eher gesundheitliche Vorteile in der Beschneidung, abgesehen davon, dass es sich um eines der grundlegenden Gebote im Judentum handle. Allerdings hat Dieter Graumann, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, eingeräumt, dass man sich auf jüdischer Seite Gedanken über die Qualifikation der Beschneider machen müsse und in diesem Zusammenhang eine Zertifizierung ins Gespräch gebracht.

Die Bundesregierung will die Beschneidung im Kindschaftsrecht als Teil der elterlichen Sorge regeln. Zur elterlichen Sorge gehöre auch das Recht auf eine religiöse Erziehung der Kinder. Durchaus, sagen die Kritiker, nur sei den Religionen nicht alles erlaubt; Körperverl

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