Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2010
Strom ohne Atom
Der Konflikt, die Bewegung, die Zukunft
Der Inhalt:

Wiedergeburt im ChristentumSarrazin unterscheidetKalte KinderHochmütige Herrenrasse

von Fluorn-Winzeln vom 22.10.2010
Zur Baustelle Christentum: »Auf Leben und Tod« (18/10)Zu: »Streiten, aber richtig« (18/10)Zu: »Es beginnt schon vor der Geburt« (18/10)Zu: »Die Welt, ein Schlachthaus« (17/10)

Für irreführend halte ich die Auffassung, die Till Mohr vertritt, dass wir jenes, was wir in diesem Leben nicht geschafft haben, im »nächsten« Leben nachholen könnten. Um so Stufe für Stufe und Leben für Leben »das selige Ziel unserer himmlischen Berufung zu erreichen«. Diese Auffassung erscheint doch sehr vom menschlichen Denken geprägt, um nicht zu sagen, vom Wunschdenken.

Denn wer denkt? Das Ego denkt.

Greshake spricht mal von Leib und Seele, mal von Geist und Leib, die »Auferstehung des Fleisches« sei die Auferstehung des Leibes, die aber sei die Bewahrung der Identität der Person: ein Verwirrspiel von Schlagworten, das ratlos macht. Sprachlos macht seine Aussage, der Leib »figuriere als Medium der Kommunikation«. Was in Greshakes Welt- beziehungsweise Menschenbild nicht passt, wird einfach totgeschwiegen: Zum Beispiel die Forschungsergebnisse von Elisabeth Kübler-Ross oder die umfangreiche Sammlung von Nahtod-Erfahrungen des amerikanischen Krebsarztes Dr. Jeffrey Long. Es waren gerade Mediziner und keine Theologen, die auf außerkörperliche Wahrnehmungen von Menschen aufmerksam wurden und begannen, sich damit auseinanderzusetzen – von Reinkarnationstherapeuten ganz zu schweigen! Greshakes Kollege Nocke ist da sehr viel offener und fragt nach Dialogmöglichkeiten mit Vertretern der Reinkarnationslehre. Denn inzwischen sind es nicht nur dreißig Prozent der Laien, sondern auch etliche evangelische und katholische Theologen, die sich wiederholte Erdenleben vorstellen können.

Wir sollten so ehrlich sein zu bekennen, dass wir nichts wissen; nichts über den Sinn des Lebens, nichts über den Sinn des Todes und nichts darüber, was vielleicht »danach« kommt. Wir sollten so ehrlich sein zu bekennen, dass von »Gott« so zu sprechen, wie es viele Religionen getan haben, anmaßend ist, dass wir von diesem »Gott« weder verbindlich sagen können, dass es ihn gibt, noch, was er »will«. Wir könnten aber, etwa in einer religiösen Gemeinschaft, bekennen, dass uns eine Hoffnung verbindet – Hoffnung, dass unser Leben mehr ist als eine »Laune der Natur«, Hoffnung, dass unser Tun und Lassen eine Bedeutung hat, Hoffnung, dass das Wertvollste im Leben, das, was wir Liebe nennen, in irgendeiner Weise bleibt. Und indem wir uns auf die Hoffnung beschränken – und sie nicht mit einer in Schriften »offenbarten« Zusage oder Verheißung eines »G

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen