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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2010
Strom ohne Atom
Der Konflikt, die Bewegung, die Zukunft
Der Inhalt:

Der Weg zur Energiewende …

von Bernward Janzing vom 22.10.2010
… ist steinig, aber möglich. Antworten auf offene Fragen

Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft. Dennoch ist der Umbau einer Stromwirtschaft, die in mehr als hundert Jahren gewachsen ist, eine gewaltige Aufgabe: Er birgt technische Herausforderungen, verursacht Kosten und hat Einfluss auf Lebensgewohnheiten. Ein solcher Wandel wirft deshalb in Wirtschaft und Gesellschaft viele Fragen auf. Die wichtigsten sollen im folgenden beantwortet werden.

Sind erneuerbare Energien nicht viel zu teuer? Jetzt steigt ja noch die Öko-Umlage auf dem Strompreis.

Natürlich kostet es Geld, eine neue Technik zu etablieren. Das geschieht in Deutschland durch Einspeisevergütungen, die über dem Marktpreis des Stroms liegen. Diese Mehrkosten müssen die Stromkunden tragen. Im kommenden Jahr wird die Ökostrom-Umlage um 1,5 Cent auf 3,5 Cent je Kilowattstunde steigen.

Doch diese Mehrkosten sind nur eine Momentaufnahme. Denn Strom aus Sonne und Wind wird immer billiger. Besonders bei der Fotovoltaik wird das deutlich: Heute kostet eine Solarstromanlage nur noch halb so viel wie vor sechs Jahren. Diese Entwicklung wird weitergehen, und schon in vermutlich zwei Jahren wird die Kilowattstunde Solarstrom vom Dach nicht mehr teurer sein als die Kilowattstunde Haushaltsstrom aus dem Netz.

Während Strom aus Sonne und Wind immer billiger wird, steigen die Preise der fossilen Energien. Folglich sichern die heutigen Investitionen in die erneuerbaren Energien niedrigere Energiepreise in Zukunft. Noch gar nicht eingerechnet ist dabei, dass die fossilen Energien und die Atomkraft erhebliche volkswirtschaftliche Kosten erzeugen, die im Strompreis nicht auftauchen. Würde man die Klimaschäden durch den Ausstoß von Kohlendioxid oder die Kosten von Atommüll und Störfallrisiken in die Strompreise einrechnen, dann wären die erneuerbaren Energien schon heute wirtschaftlich. Dazu kommt, dass der Boom der Erneuerbaren Hunderttausende von Arbeitsplätzen und viel Wertschöpfung in Städten und Regionen schafft, die mit den alten Technologien nicht entstehen.

Haben die erneuerbaren Energien in Deutschland genug Potenzial?

Im Jahr 2020 können die erneuerbaren Energien in Deutschland fast die Hälfte des Strombedarfs decken – zu diesem Ergebnis kam bereits Anfang 2009 der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE). Dass die Berechnungen keinesfalls zu

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