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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2015
»Der Papst muss liefern«
Publik-Forum-Streitgespräch über Reformen in der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Zurück in die fremde Heimat

Joggen ist unmöglich und das Kopftuch Pflicht: Dennoch ist die Deutsche Halima Olad wieder nach Somalia gezogen

Wenn Halima Olad morgens zur Arbeit geht, passiert sie Panzersperren, Wälle aus Sandsäcken, Rollen aus Nato-Draht und schwer bewaffnete Soldaten einer afrikanischen Eingreiftruppe. Die Juristin arbeitet in einem Ministerium der somalischen Regierung. Weil diese Regierung aber von der islamistischen Al-Shabaab-Miliz erbittert bekämpft wird, verschanzt sie sich, so gut es geht, im schwer gesicherten Sitz des Präsidenten Hassan Sheikh Mohamud. »Die massiven Sicherheitskontrollen sind ungewohnt«, sagt Olad. »Aber ansonsten ist das Leben in Mogadischu fast normal.«

Olad sagt das in akzentfreiem Deutsch. Die 26-Jährige ist in Deutschland aufgewachsen. Als im Januar 1991 in ihrer Heimat Somalia der Bürgerkrieg begann, war sie zwei Jahre alt. Ihre Eltern ergriffen mit den Kindern die Flucht und landeten zufällig in Deutschland.

In welcher Stadt sie aufwuchs, möchte die junge Frau nicht veröffentlicht wissen, auch nicht ihren richtigen Namen oder das Ministerium, in dem sie arbeitet. Denn Mitarbeiter der Regierung stehen ganz oben auf der Todesliste der Al-Shabaab-Miliz. Aber für Olad war das kein Grund, im sicheren Deutschland zu bleiben: Im August kehrte sie nach Somalia zurück.

»Viele Leute denken, dass ich verrückt bin, weil ich hierher gekommen bin«, erzählt sie in einem der Restaurants auf dem schwer gesicherten Gelände rund um den Flughafen der Hauptstadt Mogadischu. An ein Gespräch in einem der Cafés in der Innenstadt ist aus Sicherheitsgründen kaum zu denken. »Ich habe immer schon die Verpflichtung gefühlt, eines Tages nach Somalia zurückzugehen und für das Land zu tun, was ich nur irgend tun kann.«

Schon als Fünfjährige antw