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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2013
Gehätschelt und doch betrogen?
Familien in Deutschland
Der Inhalt:

Ein Rückblick in Dankbarkeit

von Norbert Copray vom 11.10.2013
Der Reformtheologe Hans Küng legt sein Abschlusswerk vor

Hans Küng
Erlebte Menschlichkeit
Erinnerungen. Piper. 512 Seiten. 24,99 €

Dies ist das letzte gewichtige Werk aus seiner Feder: Der katholische Theologe Hans Küng schließt mit diesem Buch, dem dritten Band seiner Erinnerungen, seine umfangreiche Autorentätigkeit ab. Bereits im ersten Halbjahr 2013 hat sich der weltweit renommierte Kirchenkritiker und Weltethos-Vordenker als Redner, Inspirator und Forscher ganz aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Der 85-Jährige hat seine vielfältigen Aufgaben an renommierte Nachfolger übergeben. Darüber berichtet er auf den letzten knapp hundert Seiten dieses Buches. Offenherzig und berührend denkt er über seinen Lebensabend nach, seine zu Ende gehenden Kräfte, seine Gedanken über das Sterben, die »Vorboten des Todes« und den Freitod. Im Rückblick zeigt er sich »überwältigt von Gefühlen der Dankbarkeit« angesichts so viel »erlebter Menschlichkeit«, die ihm mannigfach widerfahren sei. Das mildert seinen Blick auf die zahlreichen belastenden und unvollendeten Konflikte mit der Führung der katholischen Kirche, die von ihm in diesem Band von 1980 bis heute nachgezeichnet werden.

Der Schweizer Theologe berichtet von seinem Antrieb, den Dialog mit den Weltreligionen mit eigenen denkerischen und schriftstellerischen Leistungen voranzutreiben und für ein zeitgemäßes christliches Weltverständnis fruchtbar zu machen. Er schildert zahlreiche Projekte und Vorträge weltweit und bettet die Ereignisse und Erfahrungen in einen Strom eigenen Nachdenkens darüber ein.

Dabei nimmt er kurz Stellung zum Konflikt um die tiefenpsychologische Bibelauslegung, um vermeintliche Ketzerei in der Kirche, um die Kritik atheistischer Philosophen an seinem Gottesbuch. Ausführlicher geht er auf die »inquisitorische« Arbeit von Joseph Ratzinger ein, die anhaltende Frauenfeindlichkeit der römisch-katholischen Kirche, die notwendige Versöhnung von Naturwissenschaft und Glaube. Spannend beschreibt Küng sein Eintauchen in die Welt von Islam, Judentum, Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus und seine Begegnungen mit Vertretern dieser Religionen in den jeweiligen Ländern. Deutlich wird, wie die Forscher-, Kommunikations- und Editionsarbeit Küngs auf das »Projekt Weltethos« zuzulaufen scheint, mit dem er sein großes Œuvre zu krönen vermag.

Hans Küng zeigt sich aufrichtig und

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