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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2012
Wenn es den Himmel gäbe
Gott in der Literatur der Gegenwart
Der Inhalt:

Liebe lässt keine Zerstörung zu

Begründete Absage an die Lehre vom Opfer- und Sühnetod Jesu

Meinrad Limbeck Abschied vom Opfertod Das Christentum neu denken Grünewald. 160 Seiten. 14,99 €

Der »Abschied vom Opfertod« Jesu steht im Mittelpunkt dieses Buches, in dem es vor allem darum geht, »das Christentum neu zu denken«. So titelt der katholische Neutestamentler Meinrad Limbeck zu Recht. Denn erst nach dem Abschied von der Opfertodvorstellung ist der Blick frei für ein authentisches, zeitgemäßes Christentum. Das überkommene trug die Übermalungen früher Theologien, vor allem die des Paulus. Unter diesen Übermalungen kommt jedoch ein anderes Christentum zum Vorschein, das Limbeck mit seiner ›archäologischen‹ Arbeit freilegt.

Meinrad Limbeck, nur Insidern bekannt, ist gleichwohl ein unermüdlich aufklärender Referent und Autor. Jetzt hat er nach Jahrzehnten der Lehrtätigkeit an der Universität Tübingen sein reifstes Werk vorgelegt. Nicht groß an Format und Seiten, aber groß an Gehalt und Überzeugungskraft. Limbeck beobachtet auch kleinste Nuancen biblischer Texte präzise, argumentiert stringent, zieht aufschlussreiche Konsequenzen.

Nahezu alle christlichen Konfessionen und Kirchen stimmen in der Glaubensaussage überein: »Jesus von Nazareth hat uns Menschen nach Gottes Willen durch seinen Tod erlöst und mit Gott versöhnt.« Viele Menschen können dem allerdings nicht mehr folgen. Sie haben das untrügliche Gespür, dass mit dieser stets wiederholten Glaubenslehre etwas nicht stimmt. Dem geht Limbeck nach, um festzustellen: Die skeptischen Gläubigen haben recht, diese Lehre stimmt nicht.

Dazu erkundet Limbeck zunächst das Gottesbild Jesu und resümiert: »Gott lässt sich (nach Jesu Überzeugung) in seiner liebevollen Zu