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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2009
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Lehren aus einer Wahl, die für viele keine war
Der Inhalt:

»Über moderne Lebensformen streiten«

von Hartmut Meesmann vom 09.10.2009
Was kann die jüngere Generation im Weltkirchenrat bewegen? Fragen an Christina Biere, die Mitglied im Zentralausschuss ist

Frau Biere, Sie sind als Delegierte der westfälischen Landeskirche Mitglied im Zentralausschuss des Weltkirchenrats (ÖRK) und dessen Jugendkommission. Was bewegt Sie, dort mitzuarbeiten?

Christina Biere:Glied der Kirche Jesu Christi zu sein, bedeutet für mich vor allem, in einer »Gemeinschaft ohne Grenzen« zu stehen. Der ÖRK ist auf dem Weg dorthin. Das zu spüren macht schlicht glücklich. Es macht mir deutlich, warum ich Christin bin. Persönliche Bereicherung erfahre ich auch dadurch, dass ich lerne, mich auf viele verschiedene Menschen und ihre Anliegen einzustellen. Ich versuche, diese Kontakte freundschaftlich zu gestalten und Vertrauen herzustellen, damit man gut miteinander arbeiten kann und dann das Beste für die Gemeinschaft dabei herauskommt. Gerade unter den jungen Leuten gibt es einen regen Austausch rund um die Welt. Ich erhalte viele Informationen aus erster Hand. Das erweitert den eigenen Horizont und relativiert die eigene Wahrnehmung.

Verstehen sich die jüngeren Delegierten untereinander von vornherein besser als mit den älteren?

Biere: Inhaltlich liegen die Generationen oft gar nicht so weit auseinander. Es sind eher die Kommunikationsformen, die Jüngere stärker miteinander verbinden, und die Bereitschaft, auch mal Neues zu wagen und frische Ideen in die manchmal erstarrten Strukturen zu bringen.

Der Weltkirchenrat wird vielfach als einflusslos und politisch zahnlos wahrgenommen. Ist das auch Ihre Erfahrung?

Biere: Die Kritik ist teilweise berechtigt. In den vergangenen Jahrzehnten konnte der ÖRK durch seine klaren politischen Positionen, zum Beispiel gegen die Apartheid in Südafrika, eine allgemeingesellschaftliche Vorreiterrolle übernehmen. Heute sind an diese Stelle auch andere Nichtregierungsorganisationen getreten, der ÖRK tritt eher vermittelnd auf. So sieht er im Rahmen der Dekade zur Überwindung der Gewalt seine Aufgabe vor allem darin, die aktiven »Friedensstifter« in seinen Mitgliedskirchen miteinander zu vernetzen und so zur Überwindung gewalttätiger Konflikte in den verschiedensten Regionen der Welt beizutragen. Der ÖRK bezieht aber auch heute noch klar Position, etwa zu Menschenrechtsfragen im Nahostkonflikt. Hier ist der ÖRK eine prophetisch-politische Stimme. Er hat auch mitgeholfen, Aktionsbündnisse

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