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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2009
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Lehren aus einer Wahl, die für viele keine war
Der Inhalt:

Sie ist kein leiser Typ

von Waltraud Schwab vom 09.10.2009
Helene Jarmer, grüne Nationalrats-Abgeordnete in Wien, debattiert im Parlament in der Gebärdensprache

Helene Jarmer will nicht schweigen. Deshalb wurde sie Politikerin. Seit Juli sitzt die große, blonde Frau für die Grünen im österreichischen Parlament. Ganz leicht ist es jedoch nicht für sie, sich Gehör zu verschaffen. Denn die 1971 geborene Wienerin ist gehörlos.

Als sie zwei Jahre alt war, ertaubte Jarmer durch einen Unfall. Erinnerungen ans Hören hat sie kaum. Mit einer Spieluhr ihrer Mutter verbindet sie immer noch ein wohliges Gefühl. Doch Kirchen kann sie nichts mehr abgewinnen. »Ich hatte sie mit Musik gefüllt gefühlt. Dann waren sie plötzlich ohne Musik. Seither finde ich Kirchen fad.«

Der Verlust des Gehörs ist ein Schicksalsschlag. Helene Jarmer gehört nun einer Minderheit an, die sehr darum kämpfen muss, in die Gesellschaf