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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2014
Da geht noch was!
Träume leben im Alter
Der Inhalt:

Leserbriefe

vom 26.09.2014

Der Weg zum Frieden

Zu: »Frieden schaffen – mit Gewalt?« (16/14,
Seite 26-28)

Ich möchte Lutz Krügener für die ethisch sauberen Überlegungen sehr herzlich danken! Es ist bestürzend zu sehen, wie die »humanitäre Hilfsleistung« am 75. Jahrestag des Kriegsausbruches gerade im deutschen Parlament wieder missbraucht wird, um rasch nach militärischem Eingreifen zu rufen. Welches Chaos dabei herauskommen kann, wird in die Rechnung nicht mit einbezogen, etwa der Umstand, dass heutige Islamisten, Dschihadisten, Taliban und Mudschaheddin erst aufgrund einer Aufrüstung durch amerikanische, russische oder europäische Bewaffnung zu ihrer Stärke gelangt sind. Jene Verantwortungsträger, die von der Wirkungslosigkeit nichtmilitärischer Mittel des Friedens sprechen, tragen häufig selbst an dieser Wirkungslosigkeit Schuld.Dr. Severin Renoldner, Linz

Wer bereit ist, auf einen Völkermord nur mit Gebeten und jesuanischen Vorgaben zu antworten, ist gewiss ein lupenreiner Gesinnungsethiker. Inwieweit er sich jedoch tatsächlich auf Jesus berufen kann, wage ich zu bezweifeln. Jesus hat sich stets in seinen Handlungen von den Grundsätzen der Epikie leiten lassen, eines Handelns, das zwar im Einzelfall nicht den Forderungen der Gesetze entsprochen hat, jedoch stets der Maxime, das Situationsrichtige zu tun. Der punktuelle Einsatz von Waffen ist aus meiner Perspektive ein Gebot der Epikie – zur Vermeidung eines Völkermordes. Menschendienst ist Gottesdienst! Paul Haverkamp, Publik-Forum online

Als ich 1986, nach 18 Jahren in Algerien, nach Frankfurt kam und von Friedensbewegten mit »Gewaltfreiheit« konfrontiert wurde, wuchs in mir der Zorn: »Ihr habt euch im reichen Norden alles unter den Nagel gerissen, und jetzt predigt ihr dem unterdrückten Süden Gewaltfreiheit!«, war meine Antwort. Hatte Algerien sich nicht gerade durch einen mörderischen Unabhängigkeitskrieg von den französischen Kolonialherren befreien können? Es hat dann Jahre bei den Ordensleuten für den Frieden gebraucht, bis auch ich ein Verfechter der Gewaltfreiheit geworden bin, einer Gewaltfreiheit, die aber vor allem den Mächtigen, Starken und Reichen gepredigt werden sol

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