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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2013
Die Ware Frau
Soll man Prostitution verbieten?
Der Inhalt:

Christ sein ohne Konfession

von Norbert Copray vom 27.09.2013
Warum religiöse Menschen eine neue Sprache lernen sollten

Hans-Martin Barth
Konfessionslos glücklich
Auf dem Weg zu einem religionstranszendenten Christsein. Gütersloher Verlagshaus. 272 Seiten. 19,99 €

Kann man denn Christ sein, so fragt Hans-Martin Barth, »ohne einer Konfession anzugehören und ohne sich für Religion zu interessieren?« Und weiter: Können Christen die vielen Atheisten und areligiösen Menschen einfach links liegen lassen, ohne sich für ihre Art zu leben und für ihre Themen zu interessieren?

Den emeritierten evangelischen Theologieprofessor treibt die Frage um, wie ein »Christsein unabhängig von Religion und Religionszugehörigkeit«, unabhängig von einer traditionell verstandenen Kirche möglich ist. Denn inzwischen gehört ein Drittel der deutschen Bevölkerung keiner Religionsgemeinschaft mehr an: »Die kulturelle Situation in Mitteleuropa hat sich radikal gewandelt.« A-Religiosität und Konfessionslosigkeit werden weithin nicht mehr als ein Defizit erlebt. Christliche Konfessionen wirken demgegenüber weithin sprachlos und desinteressiert oder verlangen für den Zugang zum Christentum Religiosität und Konfessionalität. Beide Haltungen hält Barth für überholt.

Barths neues Buch ist eine geradezu prophetische Zeitdiagnose des Christentums und seiner gesellschaftlichen Situation. Gründlich, umfassend, genau in der Argumentation und zugleich weitsichtig stellt er sich dieser neuen Situation. Das Christentum, so der Theologe, werde den Konfessionslosen und A-Religiösen nicht gerecht, wenn es sich nur an religiöse oder religiös sensible Menschen wende.

Denn, so Barths fundierte Analyse der vermeintlich natürlichen Religiosität des Menschen, weder eine philosophisch-theologische Reflexion noch die aktuellen empirischen Erkenntnisse von Hirnforschung, Psychologie, Soziologie und historischer Biologie lieferten einen stichhaltigen Grund, von einer natürlichen Religiosität des Menschen auszugehen, wie dies jahrhundertelang geschehen sei. »A-Religiosität und Religiosität sind existenzielle Möglichkeiten des Individuums«, schreibt er, wobei beides nur selten in reiner Form existiere. Also müsse auch das Christentum für a-religiöse wie religiöse Menschen zugänglich sein, mithin auch die Kirchen.

In lebendiger und spannender Auseinandersetzung greift der Autor die theologischen Denkansätze von Karl Barth, Dietrich Bonhoeffer und

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