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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2015
Höchste Zeit
Klimakrise: Die Politik, der Papst und die Menschheit. Worauf es jetzt ankommt
Der Inhalt:

Leserbriefe

vom 11.09.2015

Was ist rechts?

Zu: »Rechte Christen« (15/15, Seite 26-29)

Es ist die Lebenslüge von Kirchen, die sich an »Bekenntnisschriften« orientieren – die ja selbst auch nur den Machtverhältnissen der Vergangenheit geschuldete Kompromisse sind –, es müsse unter deren Verfassungsdach inhaltlich brüderlich, geschwisterlich zugehen: ein Herr, ein Geist, ein Glaube, eine Kirche. Die sonntägliche weltweite Beschwörung dieser Formel treibt eher kirchenspaltende als versöhnende Blüten. Es ist eine Illusion, wir glaubten alle an den gleichen Gott, es würde von allen Kanzeln der gleiche Gott gepredigt.Pastor Volker Bethge M. A., Lübeck

Stellen Sie sich vor, eine allgemein als »rechtslastig« empfundene unabhängige, kritische, christliche Wochenzeitung titelt wie folgt: »Linke Christen – woher sie kommen, wie man sie aufhält.« Die Empörung wäre gewiss – zu Recht! Denn miteinander statt übereinander reden bleibt Grundvoraussetzung für konstruktive Dialoge. Die Bergpredigt Jesu kennt weder Aus- noch Abgrenzung, sondern will Grenzen überwinden – durch das Vorbild gelebter Nächstenliebe in Empathie und stetiger Gesprächsbereitschaft! Harald im Spring, Schiltach

Erstens: Menschen sind nicht entweder rechts oder Mitte oder links, sondern es gibt sie in unendlich vielen Abstufungen. Zweitens: »Rechts« und »links« sind nebulöse Begriffe. Wenn stattdessen die entscheidenden Eigenschaften von »rechts« und »links«, nämlich »rücksichtslos« beziehungsweise »umsichtig«, benutzt werden, lässt sich über den Grad einer Rücksichtslosigkeit schon eher diskutieren. Drittens: Der Mensch ist so, wie ihn seine genetische Veranlagung und seine Umwelt geformt haben. Entsprechend sucht er sich die Bibelzitate heraus, die auf ihn passen, beziehungsweise er interpretiert sie so, dass sein Denken und Handeln dadurch gerechtfertigt werden. Argumente Andersgeprägter können daran nichts ändern. Helmer Schinowsky, Großbeeren

Der Artikel macht es sich zu einfach mit einer Schwarz-Weiß-Malerei, die faktisch nur Ausgrenzung Andersdenkender bewirkt

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