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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2014
Gerechtigkeit für die Opfer
Von der Hoffnung auf ein Jüngstes Gericht Gottes
Der Inhalt:

Widerstand am Weißen Mittwoch

von Klemens Ludwig vom 12.09.2014
Gebete, Trachten, Tanzmusik und Speisekarten: Tibeter erfinden neue Formen des gewaltfreien Kampfes gegen die übermächtige Kommunistische Partei Chinas

Eng und stickig ist es in dem kleinen Tanzcafé im Zentrum von Lhasa. Doch gerade dies trägt zur Stimmung bei. Junge Tibeter, Chinesen und ein paar Touristen wiegen sich im Rhythmus der Musik. Vordergründig scheint es keinen Unterschied zwischen ihnen zu geben. Wenn jedoch einheimische Musiker auftreten, sind die Tibeter nicht mehr zu halten. »Vergesst euer Erbe nicht, Tibeter aus dem Schneeland! Haltet zusammen!«, schallt es von der Bühne, und die Tänzer singen laut mit. Die einfachen Slogans entfalten eine große Wirkung. Sie geben den Tibetern Kraft und Mut. Sie sind Teil einer neuen Widerstandsbewegung, die vielleicht effektiver ist als jede andere zuvor.

Sechs Jahre ist es her, dass sich die Tibeter in weiten Teilen ihres Landes gegen die chinesische Herrschaft erhoben haben. Das Ergebnis war