»Ich habe so viel Glück gehabt«

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Als Weltbürger und vor allem als Überlebender der NS-Zeit, der die höllischen Todeslager von innen kennenlernen musste, sind Ihnen die düsteren Seiten des Menschen vertraut: Sie wissen um sein satanisches Potenzial. Nichtsdestoweniger legen Sie ein tiefes Vertrauen in den Menschen an den Tag. Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?
Stéphane Hessel: Ich glaube, wir tragen den Drang in uns, Gewalt auszuüben, in Konkurrenz zu treten, den anderen zu zerstören, unsere Überlegenheit zu beweisen und unsere Vorherrschaft zu etablieren. Das hat jeder von uns. Aber zugleich tragen wir die Fähigkeit in uns, großzügig, einfühlsam und brüderlich zu sein, und wir können die starken Seiten unserer Menschlichkeit nähren. Die Bildung kann zum Mittel werden, um in uns die Achtung vor dem anderen w
Stéphane Hessel wurde am 20. Oktober 1917 in Berlin geboren. Seine Familie zog 1924 nach Paris. Als Résistance-Kämpfer wurde Hessel 1944 von der Gestapo verhaftet, gefoltert, nach Buchenwald deportiert und zum Tod verurteilt, konnte aber auf dem Weg nach Bergen-Belsen fliehen. In Buchenwald begegnet er dem Mithäftling Eugen Kogon, der später das berühmte Buch »Der SS-Staat« schreibt. Ab 1945 ist Hessel Mitglied des französischen diplomatischen Corps und trägt 1948 zur Entstehung der Charta der Menschenrechte bei. Er war UNO-Botschafter und lebt aus dem Geist der Poesie, die er als »Grundlage meines Selbstvertrauens« bezeichnet. »Stéphane Hessel verbindet Spiritualität mit politischer Leidenschaft«, sagt Thomas Krapf, der den 92-Jährigen auf Französisch interviewte.
