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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Hitze-Schock
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen
Der Inhalt:

Haus für Frauen in Managua

Bei Aguas Bravas erhalten Menschen, die sexuelle Gewalt erlitten haben, Hilfe

In einer kleinen Seitenstraße von Nicaraguas Hauptstadt Managua liegt das Zentrum Aguas Bravas, auf Deutsch: Wilde Wasser. Es wirkt wie eine Oase, in der man sicher ist – vor Menschenmassen, Übergriffen der Polizei auf regierungskritische Demonstranten und vor der alltäglichen Kriminalität in Managua. Das Zentrum ist zudem ein sicherer Ort für Frauen, die in ihrer Kindheit Opfer sexueller Gewalt wurden. Aguas Bravas Nicaragua ist eine kleine Organisation, die an den Verein Wildwasser Berlin angelehnt ist. Der nicaraguanische Ableger dieser Arbeitsgemeinschaft gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen ermöglicht es Frauen, ihre Erfahrungen in Selbsthilfegruppen und Einzeltherapien aufzuarbeiten. Die Betreuerinnen und Psychologinnen sind größtenteils selbst Betroffene.

Aguas Bravas Nicaragua wurde von der Deutschen Brigitte Hauschild gegründet. Hauschild hatte zwölf Jahre in Nicaragua gelebt. Als ihre eigenen Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch hochkamen, fand sie in dem zentralamerikanischen Land keine Möglichkeit, diese aufzuarbeiten. Deshalb kehrte sie nach Deutschland zurück und fand in Berlin Hilfe bei Wildwasser.

Obwohl sexueller Missbrauch in Nicaragua weitgehend tabuisiert wird, hat das zentralamerikanische Land einen besonderen, bekannten Fall erlebt. Die Stieftochter des jetzigen Präsidenten Daniel Ortega, Zoilamérica Narváez Murillo, sprach 1998 davon, dass ihr Stiefvater Ortega ihr sexuelle Gewalt angetan habe.

Mit dem Wissen, dass viele Frauen in Nicaragua Ähnliches erlebt hatten, gründete Hauschild zusammen mit zwei Kolleginnen Selbsthilfegruppen in Nicaragua. Hieraus entwickelt