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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2012
Mordshunger
Die Würde des Tieres ist antastbar
Der Inhalt:

Brisante Partnerschaft

von Jan Dirk Herbermann vom 24.08.2012
Die UNO heuert Söldner an. Mit brutalen Folgen

Darf die UNO Firmen aus der berüchtigten privaten Militär- und Sicherheitsbranche anheuern? Diese Frage diskutieren derzeit Diplomaten und Funktionäre der UN. Auslöser der Debatte ist eine Studie mit dem provokanten Titel »Gefährliche Partnerschaft« des New Yorker Instituts Global Policy Forum. In dem Report beschreiben die Autoren detailliert die Deals der UN mit privaten Sicherheitsdiensten.

Konkret geht es um Wachdienste, Minenräumung, Leasing von Flugzeugen und gepanzerten Fahrzeugen, Sicherheitstraining, Logistik und spezielle Beratung. Die Kritiker befürchten: Die UN rutschen mehr und mehr in eine gefährliche Abhängigkeit von Firmen, die mit Konflikten viel Geld machen.

Der Hintergrund: Die UN-Vollversammlung verabschiedete 1989 eine Konvention, die den Einsatz von Söldnern untersagt, sie trat 2001 in Kraft. Ein Söldner ist laut Konvention ein ausländischer Staatsbürger, der von einer Konfliktpartei gegen Bezahlung angeheuert wird, um für sie in dem Konflikt zu kämpfen. Die Grenzen zwischen Söldnern und Wachmannschaften sind aber fließend, besonders in Konflikten mit wechselnden Fronten wie im Kongo.

Die Vereinten Nationen betonen, dass die von ihnen angestellten Personen keine Söldner sind. Doch Berührungsängste mit privaten Militär- und Sicherheitsfirmen scheinen sie nicht zu kennen. Das Global Policy Forum bilanziert: Die UN und die Sicherheitsfirmen kommen immer besser ins Geschäft. Und dieses Geschäft sei oft zweifelhaft.

Viele der UN-Partnerfirmen seien durch »Gewalt und finanzielle Unregelmäßigkeiten« aufgefallen, heißt es in dem Report. Sie operierten in rechtlichen Grauzonen, vertuschten brisante Aktionen und ließen oft ehemalige Soldaten für sich arbeiten, für die ein Menschenleben nicht viel zähle.

So engagierten die Vereinten Nationen Flugexperten von DynCorp International für den Irak. Die US-Firma half aber auch dem US-Geheimdienst CIA beim Verschleppen mutmaßlicher Terroristen in Folterstaaten. Für ihre Mission in Haiti ließen sich die Vereinten Nationen mit Wachmannschaften der in Großbritannien beheimateten Firma G4S ein. Die machte Schlagzeilen, weil sie Gewalt bei der Abschiebung von Asylbewerbern einsetzte. Für UN-Einrichtungen im Kongo stellte die Firma Saracen

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