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»Bei uns regieren Geld und Gewehre«

Die philippinische Regierung lässt Menschenrechtler ermorden - im Einvernehmen mit US-Regierung und Konzernen. Ein Reisebericht

Wer nur mit den Informationen auf die Philippinen reist, die unsere normalen Medien bieten, wird einen Schock erleben. Denn sie oder er ist ahnungslos. Zwar berichteten Le Monde diplomatique und Junge Welt jüngst ausführlich über die Situation. Aber selbst mit diesen Informationen kann man das Grauen nicht erahnen, das sich wirklich abspielt.

Der Anlass meiner Reise war eine Konferenz des Reformierten Weltbunds zur Weiterarbeit an dem »Bekenntnis von Accra«, das auf der 23. Generalversammlung gegen die neoliberale kapitalistisch-imperiale Globalisierung im Jahre 2004 verabschiedet worden war. Unser Thema: Theologie im Kontext des Imperiums. Der Ort der Konferenz, die philippinische Hauptstadt Manila, war nicht zufällig gewählt. Denn US-Präsident Bush hat die Philippinen zur »zweiten Front« seines »grenzenlosen Kriegs gegen den Terror« erklärt - neben der ersten Front im Nahen Osten. Unter diesem Vorwand stationierten die USA erneut ihre Truppen auf den Philippinen, nachdem diese 2002 nach einem Jahrhundert kolonialer US-Herrschaft nach Hause geschickt worden waren.

Vor diesem Hintergrund hat die Regierung unter Staatschefin Gloria Arroyo den totalen Krieg (»all out war«) gegen - vermeintliche - Aufständische und die Kommunistische Partei erklärt. Das klingt vor der westlichen Öffentlichkeit gut - doch es bedeutet in der Praxis vor Ort Lebensgefahr für alle, die sich auf den Philippinen für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung einsetzen.

Seit 2001 wurden nach letzten Zählungen von Menschenrechtsorganisationen 742 Menschen politisch motiviert ermordet, »außergerichtlich hingerichtet«. Sie werden von der Regierung »Kommunisten« genannt. Nachgewiesenermaßen sind darunter aber über 250 führende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von sozialen Bewegungen