Zur mobilen Webseite zurückkehren

In den Stiefeln Teilhard de Chardins

von Holger Zaborowski vom 25.08.2000
PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 30.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 30.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen

Ludwig Ebersberger
Glaubenskrise und
Menschheitskrise
Lit. 288 Seiten. 39,80 DM

Dieses Buch ist allen, die auf die Zukunft hoffen, gewidmet. Bereits diese Widmung zeigt, mit wem Ebersberger sich in einem Gespräch befindet: mit dem Theologen und Paläontologen Teilhard de Chardin. Die gegenwärtige Krise des Glaubens und der Menschheit deutet Ebersberger als eine Entwicklungskrise. Die überlieferten Formen menschlichen Glaubens und Lebens führten, so argumentiert er, in eine Sackgasse; neben der Kritik sei eine Neuorientierung notwendig. Woran (und woraufhin) die Menschheit sich orientieren müsse, werde heute aber schon ansatzweise deutlich. In den Naturwissenschaften und der Philosophie zeige sich nämlich der Weg, auf dem sich die gegenwärtige Krise überwinden lasse. Es geht um die Verwirklichung größerer Einheit. Schöpfung interpretiert Ebersberger daher mit Chardin als »Einsmachen«. Sein hoffnungsvoller, oft sehr eigenwilliger Blick auf die Zukunft zeichnet sich leider dadurch aus, dass er zu gut gemeint war. Es handelt sich um ein flott geschriebenes Plädoyer für die Zukunft, das oftmals Distanz, Sachlichkeit und notwendige Differenzierungen vermissen lässt. Ebersberger entwickelt daher auch keine kritische Distanz zu Chardins Fortschrittsoptimismus. So lesenswert viele Überlegungen im Detail sind, so ist sein Buch durch einen Enthusiasmus charakterisiert, der an die anfängliche Begeisterung für Chardins Werk erinnert, heute aber bestenfalls antiquiert wirken muss. Die Naturwissenschaft ist seit Chardin vorangeschritten.