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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2018
Himmlische Klänge
Musik als spirituelle Kraft der Religionen
Der Inhalt:

Gott ist eine Anstrengung, Götter sind ein Vergnügen

von Hartmut Meesmann vom 10.08.2018
Der Ein-Gott-Glaube führe zu mehr Gewalt, sagen Jan und Aleida Assmann. Der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück widerspricht

Dass der Konstanzer Kulturwissenschaftler und Ägyptologe Jan Assmann – zusammen mit seiner Frau Aleida – in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält, kommt nicht von ungefähr. Denn der 71-Jährige hatte vor Jahren eine kontroverse, aber wichtige Debatte unter Kulturwissenschaftlern, Theologen und Philosophen angestoßen. Es ging um die monotheistischen Religionen, also Religionen, die an einen einzigen Gott glauben. Ihnen warf Assmann vor, mit ihrer Unterscheidung von »richtig« und »falsch« in Dingen des Glaubens einen unbedingten Wahrheitsanspruch eingeführt und damit den Grundstein für einen intoleranten und mitunter auch gewalttätigen Umgang mit Andersdenkenden »im Namen Gottes« gelegt zu haben. Der Stiftungsrat des Deutschen Buchhandels resümiert, Assmann habe mit seinen Schriften über den Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie absolutem Wahrheitsanspruch und Intoleranz einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft geleistet.

Der renommierte Wissenschaftler hat seine Position inzwischen modifiziert. Denn neben viel Zustimmung gab und gibt es auch Widerspruch, vor allem von Theologinnen und Theologen. Assmann sieht in der Gewaltbereitschaft zwar keine »logische Konsequenz« monotheistischer Religionen, aber doch eine in ihnen »angelegte Möglichkeit«. Sie richte sich vor allem nach innen, indem Abtrünnige verfolgt und bestraft würden. Beispielhaft dafür sei die Episode im Alten Testament, in der Moses 3000 Leviten niedermetzeln lässt, weil diese mit der Anbetung des Goldenen Kalbes einer falschen Religion folgten, also dem Götzendienst huldigten.

Doch auch im Gegenüber zu anderen Religionen bleibe das Risiko bestehen, dass Wahrheitsansprüche in Intoleranz und Gewalt umschlagen können, sagt Assmann. Deshalb schlägt er den Religionen vor, sich auf eine gemeinsame Prämisse für ihr Miteinander zu einigen: dass Gott oder das Göttliche für den Menschen letztlich immer verborgen bleibt. Daraus folge, dass Religionen wie etwa das Christentum und der Islam, die von einer ganz konkreten Offenbarung Gottes in der Geschichte der Menschheit ausgehen – in der Person Jesu von Nazareth beziehungsweise über den Koran –, sich mit ihren Wahrheitsansprüchen zurückhalten sollten. Assmann möchte, dass »die totale Religion«, wie er sie nennt, abrüstet. Alle müssten lernen, z

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