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Die Einsamkeit des Daniel Ortega

Wie Nicaraguas Präsident vom einstigen Revolutionär und Volkshelden zum autokratischen Herrscher wurde – und wie die katholische Kirche auf diesem Weg immer wieder die Seite gewechselt hat
von Toni Keppeler vom 10.08.2018
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Daniel Ortega spielt auf Zeit. Bald vier Monate dauern die Proteste gegen den Präsidenten Nicaraguas schon an. Mehr als 300 Menschen sind getötet worden, die allermeisten von Sicherheitskräften oder Paramilitärs, die der Regierung nahestehen. Ortega scheint darauf zu setzen, dass die Massendemonstrationen, die seinen Rücktritt fordern, erst kleiner werden und dann ganz verschwinden. Tatsächlich ist die Zahl der Teilnehmer deutlich zurückgegangen. Barrikaden und Straßensperren, die überall im Land errichtet worden waren, hatte der Präsident schon im Vorfeld des 39. Jahrestags der sandinistischen Revolution am 19. Juli gewaltsam räumen lassen. Wer hätte gedacht, dass ein Mann, der einmal für eine Revolution stand, die in Europa bis weit hinein in christliche Kreise Begeisterung hervorgerufen hatte, einmal mit dem Diktator Anastasio Somoza verglichen würde – dem Mann, an dessen Sturz er vor bald vierzig Jahren beteiligt war?

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