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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2014
Papst Franziskus und seine Gegner
Der Inhalt:

»Werde ein David!«

von Claudia Mende vom 08.08.2014
Der Rechtsanwalt Bernhard Fricke glaubt an die Kraft des persönlichen Beispiels und will Zeichen setzen für die bedrohte Schöpfung. Vor 28 Jahren hat er in München den Verein »David gegen Goliath« gegründet

Nach der Katastrophe von Tschernobyl habe ich den Verein David gegen Goliath gegründet. Ich wollte eine grundlegende Umkehr zu einer atomfreien und friedlicheren Welt. Aber vielleicht war das eine zu große Aufgabe. Heute bin ich mit meiner Weisheit ziemlich am Ende. Ich habe den Eindruck, wir leben in einer endzeitlichen Situation auf diesem Planeten. Unsere auf Wachstum und Konsum aufgebaute Zivilisation frisst alles. Es wird zwar viel getan. Auch unser Verein hat einiges angestoßen, aber es reicht nicht.

Lange Zeit war ich für David gegen Goliath aktiv in der Münchner Stadtpolitik. Ich habe die erste Solaruhr in München angeregt und die jährliche Solarparade. Das waren wichtige Impulse, die heute andere weitertragen. 2002 bin ich aus dem Stadtrat ausgeschieden. Heute sehe ich mich als einen Mahner, der auch Zeichen setzt. Denn so wie bei uns Politik gestaltet wird, ist sie nicht in der Lage, die Probleme zu lösen. David gegen Goliath macht dennoch weiter. Wir initiieren Petitionen, machen Veranstaltungen, aber vor allen Dingen sagen wir dem Einzelnen: »Du bist die Welt, fang bei dir selber an und werde ein David.« Das ist unser Motto, und ich glaube an die ansteckende Kraft des persönlichen Beispiels. Vielleicht können wir heute nur noch Zeichen setzen.

Wir haben schon 1988 elf Umweltgebote aufgestellt, um eine konkrete Anleitung zu neuem Handeln zu geben: Geld nach ethischen Kriterien anlegen, Bio-Lebensmittel einkaufen und umweltfreundliche Mobilität nutzen. Ich gebe mir sehr viel Mühe, das selbst zu leben, damit mein Leben glaubwürdiger wird. Jeder, der ein Zeichen für die Schöpfung setzt, ist ein David. Es ist egal, ob man einen Baum rettet oder sich gegen Folter und Diskriminierung einsetzt.

So ein Zeichen ist auch die Sonnen-Arche im Chiemgau. An diesem landschaftlich besonders gesegneten Ort haben etwa hundert Tiere einen Platz, an dem sie ihren Daseinszweck leben dürfen: Sie sind da, um zu sein. Die Sonnen-Arche ist kein Gnadenhof, sondern ein Freudenhof. Er ist ein kleiner Ausgleich für die Tiere, die wir missbrauchen und quälen.

Bei den Tieren und in der Natur kann ich auch selber auftanken. Dann bin ich wieder der kleine Junge, der in den Sternenhimmel schaut. Dann bitte ich um den Segen für die Sonnen-Arche mit ihren Menschen und Tieren, damit morgen gelingt, was

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